Zwei frühe Tore

Tabellenführer Ried besiegt Wiener Neustadt mit 2:0

Fußball
13.11.2010 18:04
Die SV Ried wird auch nach diesem Wochenende die Tabelle der tipp3-Bundesliga anführen. Die Oberösterreicher feierten am Samstag in der 15. Runde einen 2:0-Heimsieg gegen Wiener Neustadt und behaupteten damit Platz eins. Den Grundstein zum zehnten Saison-Erfolg legten die Rieder vor 5.300 Zuschauern bereits in den ersten zehn Minuten, in denen Schrammel (4.) und Guillem (9.) trafen. Den Gästen wurde in der 90. Minute ein Tor von Viana zu Unrecht aberkannt.

Den Innviertlern glückte ein Bilderbuch-Start. Nach Flanke von Carril von der rechten Seite in den Rücken der Abwehr traf Schrammel volley aus 15 Metern flach ins rechte Eck (4.). Für Schrammel war es der zweite Bundesliga-Treffer, den ersten hatte er beim Kantersieg in Wr. Neustadt erzielt. Gemäß Statistik war die Partie damit bereits entschieden, denn die Rieder sind bis dato stets als Sieger vom Platz gegangen, wenn sie 1:0 in Führung gingen.

Siebentes Saisontor von Guillem
Das war auch diesmal so, denn nach nicht einmal zehn Minuten erhöhten die Rieder auf 2:0. Royer bediente per Lochpass Guillem und der Spanier vollendete durch die Beine von Fornezzi zu seinem siebenten Saisontreffer (9.). Die Fans sangen "Wir werden Meister", die Stimmung konnte ihnen auch der korrekte Abseitspfiff bei einem weiteren Ried-Treffer durch Hadzic nicht vermiesen (23.).

Unnötig war hingegen eine überharte Attacke von Carril, nach der Gegenspieler Madl vom Platz getragen werden musste. Wr. Neustadt war lange völlig harmlos, erst kurz vor der Pause wachten die Gäste auf, Aigner scheiterte jedoch an Hesl (41.). Die Rieder konnten sich auch nach dem Wechsel in ihrer Lieblingsrolle betätigen: hinten dicht stehen, dem Gegner den Spielaufbau überlassen und auf Konter lauern.

Rieder in Schlussphase mit zehn Mann
Mit dieser Taktik hielten die Innviertler den Gegner sicher auf Distanz. Auch in der Schlussphase, in der sich Ried durch Gelb-Rot für Prettenthaler selbst schwächte (71.). In der 90. Minute hatten die Rieder aber auch Glück, denn ein Kopfballtreffer des eingewechselten Viana wurde fälschlicherweise aberkannt. Die Rieder entschieden somit auch das zweite Saisonduell mit den Niederösterreichern souverän für sich, in Wr. Neustadt hatte man sogar 5:0 gewonnen.

Meinungen zum Spiel
Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Für mich ist dieser Sieg Emotion pur. Es war notwendig, dass wir wie aus der Pistole starten. Sonst wäre es sehr schwierig geworden. Das war ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk. Die Zahl der Wiener Neustädter Chancen war nicht sehr hoch. Wir mussten nach der Pause ergebnisorientiert spielen. Schiedsrichter Hofmann bringt sich mit seinen frühen Gelben Karten immer wieder selbst in Probleme. Es ist nicht realistisch, dass Ried Meister wird. Wir können wahrscheinlich weniger zusetzen als manch anderer Mitbewerber. Die Denkweise 'Platz 9 plus' ist bis jetzt sehr gut aufgegangen."

Hannes Aigner (Wr.-Neustadt-Stürmer): "Ried hat mit den ersten zwei Schüssen zwei Tore gemacht. Dann wird es in Ried schwer, weil sie gut verteidigen. Es ist alles für Ried gelaufen. Es war ein unguter Tag für uns. Mit dem komischen System der Rieder tun sich viele schwer."

Peter Schöttel (Wr.-Neustadt-Trainer): "Durch ein super Tor von Schrammel und einen Stellungsfehler sind wir nach wenigen Minuten 0:2 hinten gelegen. Klar, dass dann der Gegner, der ohnehin bereits voller Selbstvertrauen ist, eine noch breitere Brust bekommt. Vor der Pause haben wir gar nichts zusammengebracht, wir haben sie nur begleitet. Der Rieder Sieg geht absolut in Ordnung. Hätte das Viana-Tor gezählt, wäre es in den letzten Minuten vielleicht noch einmal spannend geworden."

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