10.01.2021 06:00 |

Gaming-Thron

HP baut jetzt Chefsessel: Der Omen Citadel im Test

Notebooks, Drucker und PCs vom Tower bis zum All-in-One: Der US-Technologiekonzern Hewlett-Packard (HP) ist an sich eher als Hardware-Hersteller denn als Möbelspezialist bekannt. Das hindert ihn aber nicht daran, mit dem Gaming-Chefsessel Omen Citadel eine Sitzgelegenheit für die heimische Gaming-Oase ins Sortiment aufzunehmen. Wir haben den futuristischen Gamer-Thron getestet.

Auch, wenn HP den Omen Citadel um rund 350 Euro als Gaming-Sessel vermarktet, ist es natürlich nicht verboten, auf der weich gepolsterten Sitzgelegenheit auch zu arbeiten. Und so haben wir einige Arbeitswochen auf dem Gaming-Sessel verbracht und beobachtet, wie des Testers Kreuz auf den futuristischen Thron reagiert.

Der Zusammenbau ist kein Problem
Aber der Reihe nach: Zur Kundschaft kommt HPs Omen Citadel in einem gut 30 Kilo schweren und entsprechend riesigen Paket, in dem der zerlegte Sessel liegt. Der Zusammenbau erweist sich als unkompliziert und kann von handwerklich geschickten Zeitgenossen allein bewältigt werden. Es gilt lediglich, die Einzelteile mit acht beiliegenden Inbusschrauben zu verbinden und die Rückenpolsterung mittels eines Gurtsystems in Position zu bringen, und schon kann man Platz nehmen.

Auch für breitere Zeitgenossen geeignet
Was beim ersten Probesitzen sofort auffällt: Der Omen Citadel verfügt über eine mit fast 60 Zentimetern besonders breite Sitzfläche, auf der auch vollschlanke Zeitgenossen komfortabel Platz finden. Maximal darf der Nutzer 136 Kilo schwer sein. Ähnlich wie bei einem Schalensitz fürs Auto ist der kunstlederne Sessel so ausgeführt, dass er links und rechts guten seitlichen Halt garantiert. Die extrahohe Rückenlehne sorgt dafür, dass auch sehr große Menschen bequem sitzen.

Generell erinnert auch die Optik an Sportsitze fürs Auto - inklusive hier in Rot ausgeführten Akzenten und zwei Öffnungen am Kopfteil, die dem Sessel eine futuristische Anmutung verleihen. Im Gaming-Stüberl erscheint das passender als im Büro. Andererseits: Im Vergleich zu den bunten Gaming-Stühlen anderer Hersteller sticht der Omen Citadel nicht ganz so hervor. Unter seinesgleichen ist er geradezu elegant.

Enorm viele Einstellmöglichkeiten
Die Einstellmöglichkeiten sollten keine Wünsche offenlassen. Die auf einer von fünf Rollen getragenen metallenen Basis platzierte Gasdruckfeder erlaubt es über einen Hebel an der Sesselunterseite, die Höhe anzupassen. Ein anderer Hebel dient dazu, die Sitzfläche zu arretieren bzw. die Arretierung zu lösen und mit dem Omen Citadel zu wippen wie mit einem Schaukelstuhl.

Die Rückenlehne lässt sich sehr flexibel verstellen: Wer mag, kann sie extrem aufrecht im 90-Grad-Winkel positionieren, alternativ kann man den Sessel auch zum Liegestuhl machen - und sich beispielsweise beim Spielen mit dem Controller zurücklehnen. Und als wäre das alles nicht genug, gibt’s auch noch höhen- und winkelverstellbare Armlehnen.

Stundenlanges komfortables Sitzen
Die vielen Einstellmöglichkeiten - neben den genannten gibt’s ja noch den an einem Gurtsystem befestigten Lendenwirbelpolster und einen kleinen Nackenpolster - sorgen dafür, dass es eine Weile dauert, bis man die optimale Sitzposition gefunden hat. Doch das Experimentieren lohnt sich: Hat man erst einmal eine bequeme Stellung gefunden, kann man ohne Weiteres viele Stunden am Stück auf dem Omen Citadel zubringen - arbeitend genauso wie spielend.

Vom Sitzgefühl her erinnerte uns der Omen Citadel mit der großzügigen Polsterung dabei am ehesten an einen gemütlichen Fernsehsessel, wenn auch kompakter in der Ausführung, aufrechter positionierbar und auf einem Bürostuhl-Unterbau montiert. Auch ein bisschen Autositz-DNA steckt drin.

Dem zum lümmelnden Sitzen neigenden Tester kam der Omen Citadel mit diesen Sitzeigenschaften entgegen. Insbesondere die weich gepolsterte Lehne und die Lendenwirbelstütze wussten zu gefallen. Am Ende der am Omen Citadel zugebrachten Arbeitstage plagten uns weder Kreuzweh noch andere typische Büroarbeiter- und Gamer-Leiden.

Armlehnen werden versehentlich verstellt
Als etwas lästig erwiesen sich im Test die verstellbaren Armlehnen. Das lag schlicht daran, dass diese sich bei Berührung sehr leicht in eine andere Position bringen lassen, was im Alltag schnell unabsichtlich passiert. Hier wäre etwas mehr Widerstand sinnvoll gewesen. Ein weiteres Problem: Die weiche Polsterung und das Kunstleder wärmen Kehrseite und Rücken, was im Winter praktisch, im Sommer aber auch unpraktisch sein kann.

Saubere Verarbeitung, langlebiger Eindruck
Die Verarbeitung des Omen Citadel stimmt: Nach dem Zusammenbau macht der Gaming-Stuhl einen massiven Eindruck, das schwarze Kunstleder zeigt nach den ersten Wochen keine Verschleißerscheinungen und auch die Mechanik, um den Sessel zu verstellen, arbeitete im Test stets zuverlässig. Insgesamt erschien uns die Verarbeitungsqualität durchaus auf dem Niveau ähnlich teurer Chefsessel ohne Gaming-Fokus aus dem Möbelhaus.

Fazit: Der HP Omen Citadel gehört zu den bequemsten Schreibtischstühlen, in denen der Tester bis dato Platz nahm. Die gemütliche Polsterung, die vielen Einstellmöglichkeiten, die Lendenwirbel- und Nackenpolster sowie die großzügige Sitzfläche und Lehne lassen beim Komfort keine Wünsche offen. Die Optik ist Geschmackssache, die Verarbeitung überzeugt, der Aufbau ist unkompliziert. Die Armlehnen mögen bockig und die Polsterung im Sommer schweißtreibend sein, insgesamt braucht sich der erste Sessel aus dem Hause HP aber nicht vor ähnlich teurer Konkurrenz aus dem Möbelhaus zu verstecken.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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