09.12.2020 17:43 |

Unfall bei Reparaturen

Schneefälle im Süden: Tausende sind ohne Strom

Die Schneelage im Süden von Österreich bleibt weiterhin bedrohlich, nicht zuletzt, da dort mancherorts mittlerweile so viel von der weißen Pracht vom Himmel gefallen ist, wie sonst in einer ganzen Wintersaison. Der Schnee sorgt auch immer wieder für Stromausfälle: 1800 Haushalte in Tirol sind derzeit unversorgt, in der Steiermark sind es rund 3000. Zudem wurde bei Reparaturarbeiten an einem Strommast in Kartitsch (Osttirol) ein Monteur (50) schwer verletzt.

Durch die große Schneelast aufgrund der starken Schneefälle der vergangenen Tage war die Pendelstützklemme am Strommast einer 25-kV-Leitung beschädigt worden. Der 50-Jährige und sein 51-jähriger Kollege wollten diese Pendelstützklemme auswechseln, als es zu dem Unfall kam. Ein Seil schlug dem 50-Jährigen bei den Arbeiten ins Gesicht, berichtete die Polizei. 

Stromnetz: Zeitnahe Wiederherstellung
Wegen der heftigen Schneefälle gab es am Mittwochnachmittag noch in 14 Tiroler Gemeinden Probleme mit der Stromversorgung. „Rund 1800 Haushalte waren davon betroffen“, teilte die Tinetz mit. In Osttirol waren rund 140 Monteure der Tinetz sowie weitere 30 Mitarbeiter von Partnerfirmen im Einsatz. In Kartitsch und Nikolsdorf wurde damit gerechnet, dass noch am Mittwoch die Stromversorgung wieder hergestellt werden könne. Mit dem Ende der Schneefälle und der prognostizierten Wetterbesserung hoffte man seitens der Tinetz auf eine „zeitnahe Wiederherstellung der wichtigsten Teile des Stromnetzes“.

Bezirkshauptfrau Olga Reisner zeigte sich am Mittwochnachmittag „vorsichtig optimistisch“ zur Lage in Osttirol. Neben der Räumung der Gailtalstraße half das Bundesheer auch am Flugplatz Nikolsdorf mit einem Notstromaggregat für das Betanken der Hubschrauber. Aufgrund eines Stromausfalls war die Betankungsanlage nämlich ausgefallen. Zudem waren weitere Soldaten beim Abschöpfen des Daches des Roten Kreuzes in Lienz im Einsatz.

Baum stürzte in Kärnten auf vorbeifahrenden Pkw
In Kärnten ist am Mittwoch ein Baum unter der massiven Schneelast umgestürzt und hat einen vorbeifahrenden Pkw getroffen. Laut Polizei wurde der 37-jährige Lenker bei dem Unfall in der Bezirksstadt Feldkirchen nicht verletzt, am Auto entstand aber erheblicher Sachschaden. Die Feuerwehr rückte an und räumte die Unfallstelle.

Wegen anhaltend hoher Lawinengefahr bleiben Volks- und Mittelschulen in besonders von Schneefällen betroffenen Gebieten in Kärnten auch am Donnerstag und Freitag geschlossen. Wie der Landespressedienst am Mittwochabend mitteilte, waren auch noch nicht alle Straßen geräumt und für den Verkehr passierbar. 

Rund 650 Feuerwehrleute in der Steiermark im Einsatz
Wie berichtet, verlagern sich die Schneefälle nun auch in die Steiermark, wo am Mittwoch rund 650 Feuerwehrleute von 129 Wehren im Einsatz standen: Von Mitternacht bis zum frühen Nachmittag wurden rund 270 Einsätze gezählt. Die meisten in den Bezirken Leibnitz, Voitsberg, Deutschlandsberg, Murau und Weiz. Großteils waren Lkw und Pkw auf den Straßen hängengeblieben. Hinzu kamen zahlreiche umgestürzte Bäume, die Fahrbahnen blockierten.

Seitens der Energie Steiermark hieß es Mittwochnachmittag, dass immer noch rund 3000 Haushalte ohne Strom waren. 50 Trafostationen konnten nicht betrieben werden. Noch die ganze Nacht auf Donnerstag dürfte der Schneefall in vielen steirischen Regionen anhalten. Die Monteure des Energieversorgers seien weiterhin bemüht, überall wieder die Stromversorgung herzustellen.

Entspannung ab Donnerstag
Laut der Österreichischen Unwetterzentrale lässt der Tiefdruckeinfluss ab Donnerstag etwas nach. „Somit ist auch in den betroffenen Regionen eine langsame Entspannung in Sicht und der Niederschlagsschwerpunkt verlagert sich in den Nordosten des Landes“, so Chefmeteorologe Manfred Spatzierer.

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