Konkurrenten patzen

Runde 14 verlief ganz nach Rapids Geschmack

Fußball
08.11.2010 11:13
Während die als Titelkandidaten gehandelten Salzburger und Austrianer in der 14. Runde der tipp3-Bundesliga Niederlagen kassierten, setzten sich die Hütteldorfer am Sonntag daheim gegen die ebenfalls als Meisteranwärter geltende Truppe von Sturm Graz 3:1 durch. Damit verringerte sich der Punkteabstand zur Spitze, und der Rekordmeister darf sich über eine Runde ganz nach seinem Geschmack freuen.

Nur drei Tage nach der enttäuschenden Vorstellung beim 1:2 in der Europa League gegen ZSKA Sofia präsentierten sich die Hütteldorfer wieder von ihrer besseren Seite, was auch Trainer Peter Pacult wohlwollend zur Kenntnis nahm. "Das war wahrscheinlich unser bestes Heimspiel in dieser Saison. Wir waren ab der ersten Minute präsent, aggressiv in den Zweikämpfen und haben viel Druck aufgebaut. Wir haben drei Punkte auf eine Art und Weise geholt, die mich stolz macht", frohlockte der Wiener.

Der Sieg kam genau zum richtigen Zeitpunkt, schließlich hatten einige Fans im Hanappi-Stadion auf Transparenten schon die Ablöse Pacults gefordert. Der Coach nahm die Unmutsäußerungen jedoch gelassen. "Ich habe einen breiten Buckel. Schon vor dem Match habe ich den Spielern gesagt, dass sie nicht verunsichert sein müssen. Für solche Reaktionen stehe eh ich in der Öffentlichkeit."

Gartler als Doppel-Torschütze
Dass der öffentliche Druck zumindest vorläufig sank, hatte Rapid am Sonntag vor allem Rene Gartler zu verdanken. Der Stürmer avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner. "Ich habe lange auf meine Chance warten müssen, mit meiner Leistung habe ich eine gute Antwort gegeben", sagte der Stürmer. "In fünf Wochen werde ich Vater, da wird sich mein Leben gravierend ändern."

Vor noch nicht allzu langer Zeit galt Gartler noch als Bonvivant, der es mit der Trainingseinstellung oft ebenso wenig genau nahm wie mit dem Zapfenstreich. "Ich hoffe, der Schalter geht bei ihm jetzt endgültig in die richtige Richtung", erklärte Pacult. Damit war aber nicht nur die Einstellung des Angreifers gemeint. "Ihn hat in seiner Jugend offenbar keiner darauf hingewiesen, dass Fußball nicht nur aus Dribbeln und mit dem Kopf durch die Wand besteht, sondern auch daraus, dass man den einfachen Pass spielt."

Zwischen Ersatzbank und Tribüne
In den vergangenen Wochen ließ Pacult den 25-Jährigen zwischen Ersatzbank und Tribüne pendeln, nun hat er sich für Gartler einen eigenen Plan zurechtgelegt. "Aber den verrate ich nicht", sagte der Coach. Rapids-Sportdirektor Alfred Hörtnagl sah in dem starken Auftritt des Wieners den Beweis dafür, dass im aktuellen grün-weißen Kader genügend Qualität vorhanden ist - Pacult wollte diese Aussage nicht kommentieren und freute sich lieber darüber, dass die Europa-League-Niederlage weggesteckt wurde.

Weit weniger euphorisch analysierte Sturm-Trainer Franco Foda die Partie, die seine Elf die Tabellenführung kostete. "Wir haben es nicht geschafft, unter Druck ruhig zu bleiben und den Ball zu behaupten. Dieses Spiel war für uns nicht zu gewinnen", meinte der Deutsche.

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