26.11.2020 09:00 |

Teststart im Hotspot

Wieso gibt es in Annaberg so viele Corona-Fälle?

Annabergs Bürgermeister Martin Promok (SPÖ) bringt es auf den Punkt: „Die Zahlen sind komplett durch die Decke gegangen.“ Lange gab es in der Tennengauer Gemeinde in Salzburg keinen einzigen Corona-Fall. Mittlerweile steht man bei 60 aktiv Infizierten - die Sieben-Tages-Inzidenz (2107) ist nirgendwo im gesamten Bundesland höher. 

Es gibt viele kleinere Cluster, auch der Kindergarten und die Schule sind betroffen. Warum die Zahlen derart in die Höhe schießen? „Wir sind eine Pendlergemeinde“, hat Promok eine mögliche Erklärung parat. Viele Annaberger arbeiten auswärts. Jetzt gelte es, die Infektionsketten zu unterbrechen.

Der Bürgermeister hofft daher, dass möglichst viele Bewohner das Angebot der kostenlosen Massentests in Anspruch nehmen. „Viele der Infizierten bei uns haben keine Symptome. Es gibt daher sicher viele, die unwissentlich Corona haben“, sagt Promok. In Annaberg starten die Testreihen bereits kommende Woche (2./3. Dezember) – und sind damit ein Probelauf vor die landesweiten Tests zehn Tage darauf. Die Massentests werden ähnlich einer Landtagswahl durchgeführt. Die Tests finden in den bekannten 534 Wahllokalen des Bundeslandes statt.

Knapp 300.000 Tests werden zum Kraftakt
Ein 14-köpfiges Team soll vor Ort für einen geordneten Ablauf sorgen. Eine Anmeldung für den Schnelltest ist nicht nötig. Wer einen positiven Schnelltest abliefert, wird noch am selben Abend zu einem PCR-Test gebeten. „Organisatorisch wird das ein Kraftakt, aber wir werden das stemmen“, heißt es seitens des Landes. Man hoffe, dass rund 300.000 Menschen an den Testreihen teilnehmen. Das wären knapp 60 Prozent aller Einwohner Salzburgs.

Zurück nach Annaberg-Lungötz: Dort laufen die Vorbereitungen für die Testreihen auf Hochtouren. Was passiert aber, wenn die Massentests die Infektionszahlen nicht senken werden? Eine Quarantäne für die gesamte Gemeinde - wie vor wenigen Wochen in Kuchl - steht laut Angaben des Landes derzeit jedenfalls nicht zur Debatte.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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