17.11.2020 13:11 |

Einsatzleiter

Massentests in Slowakei: „Menschen erleichtert“

Oberst Klaus Streit (46) war der Kommandant der 30 in der Slowakei eingesetzten Bundesheer-Soldaten. Mit der „Krone“ sprach er über die Massentests bei unseren Nachbarn.

„Krone“: Was erwartet die Österreicher bei den angekündigten Massentests im Dezember?
Klaus Streit: Ähnlich wie in der Slowakei wird es nach jetzigem Stand mehrere Testwellen geben. Zuerst Lehrer und Schlüsselpersonal, dann ein paar Wochen später die breite Masse. Die Slowakei hat Menschen zwischen zehn und 65 Jahren getestet - Ältere bewusst nicht, weil man diese Risikogruppe nicht zusätzlich bewegen wollte.

Wie lief das ab?
Getestet wurde am Wochenende, der Andrang war dabei am Samstag deutlich höher als am Sonntag. An drei Stationen wurden die Menschen zuerst registriert, dann getestet, und vor der letzten Station warteten sie noch ca. zehn Minuten auf ihr Ergebnis.

Wie schnell konnte getestet werden?
Bei hohem Andrang knappe 200 Personen pro Tag und Sanitäter. Der Test an sich dauert wenige Minuten, die Auswertung und Ausstellung des Gesundheitszeugnisses dauert länger. In dieser letzten Phase muss man auch aufpassen, dass es sich nicht staut.

Wie lange waren die Wartezeiten?
Sehr unterschiedlich. An einer normalen Teststation dauerte das ganze Unterfangen für den Betroffenen rund eine Stunde. Viele Slowaken wählten aber die Drive-ins, weil sie da mit dem Auto bequem zufahren und gleich sitzen bleiben konnten. Ergebnis waren bis zu acht Stunden Wartezeit.

Also besser auch kleinere Teststationen ansteuern?
Unbedingt. Sollte es bei uns so weit sein, mein Appell: sich so gut wie möglich über die Testorte verteilen und nicht nur die „bequemen“ Drive-ins ansteuern. Dann geht’s schneller.

Was haben die Slowaken besonders gut gemacht?
Sie haben alles unter die Verantwortung eines einzigen Ministeriums gestellt. In ihrem Fall war es das Verteidigungsministerium, es könnte aber natürlich auch das Innenministerium sein. Die hatten die Organisationshoheit, alle anderen Ministerien unterstützten.

Konnten Sie auch mit getesteten Personen sprechen?
Mir ist aufgefallen, dass jene mit einem positiven Testergebnis richtiggehend erleichtert waren. Sie waren symptomlos und wussten nicht, dass sie eine Gefahr für ihre Umwelt sind. Die Menschen waren richtig froh, dass sie aus dem Verkehr gezogen wurden. 

Paul Tikal
Paul Tikal
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