18.000 Euro fehlen

Grazer Kindergarten steht vor der Schließung

Steiermark
20.01.2026 20:00

Ein privater Kindergarten in Graz kämpft um seinen Fortbestand. Es fehlen 18.000 Euro! Laut Betreiberin gibt es zu wenig Unterstützung von der Politik. 

Covid, Mehrkosten, Teuerung, Sanierungen: „Die Kosten werden zu viel“, sagt Magdalena Dungl. Sie leitet seit 2017 den Kinderbetreuungsverein Glockenspiel in der Keplerstraße, der seit rund 20 Jahren besteht. Der Privatkindergarten in Graz könnte im Herbst schließen, 23 Kinder und deren Eltern wären betroffen, sowie vier Pädagoginnen und zwei weitere Angestellte.

Der erste Einschnitt kam während der Corona-Pandemie. Vermehrte Krankenstände führten zu personellen Mehrkosten (zur Erinnerung: Kindergärten waren weitgehend geöffnet), auch Pflegeurlaub und die Freistellung einer schwangeren Kollegin verursachten Mehrkosten, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Betrieb für kleine Vereine schwer
„Hinter mir steht kein großer privater Träger wie Wiki oder Gip, der das abfängt“, sagt Dungl. Nach einer Sicherheitsüberprüfung wurden im Kindergarten Glockenspiel zudem Sanierungen fällig: Tausch der Fenster (5340 Euro), Erneuerung der Nestschaukel (6704 Euro) und so weiter. „Dann kam plötzlich noch die Teuerung, damit ist es auch nicht leichter geworden.“ Konkret, so rechnet Dungl vor, fehlen ihr aktuell 17.544 Euro.

Der Kindergarten ist wie die meisten privaten Einrichtungen im städtischen Tarifmodell. Im Rahmen einer Instandhaltungssubvention hat ihn die Stadt zusätzlich mit 5000 Euro gefördert.

Gleichbehandlung der Träger
„Der gesamte Rückstau kann aber über das Tarifmodell nicht ausgeglichen werden, hier geht es um die Gleichbehandlung aller Träger“, sagt Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP). Auch das Land kann aufgrund des Gleichbehandlungsgebots keine Sonderförderung gewähren, heißt es seitens des Bildungslandesrats Stefan Hermann (FPÖ).

Förderungen gibt es für den Ausbau von Kindergärten oder für „qualitätsverbessernde Maßnahmen“, worunter auch bauliche Veränderungen fallen können. Aber grundsätzlich sind zur Instandhaltung Träger bzw. Erhalter des Gebäudes verpflichtet.

Zitat Icon

Ich kann nur hoffen, dass wir noch Unterstützung oder Spenden bekommen.

Magdalena Dungl

Die Verzweiflung ist groß
Dungl fühlt sich vom System im Stich gelassen. Und das in einer Zeit, in der Kindergartenplätze in Graz dringend notwendig sind. Hohensinner will dazu festhalten, dass im Herbst neue Plätze geschaffen werden. Dungl bleibt dabei: „Bestehende Einrichtungen wie unsere hungern komplett aus.“

Erst vor eineinhalb Jahren kämpfte die private „Kindergruppe Stiftingtal“ (20 Kinder) um den Fortbestand. Damals ging es um einen Umbau, in letzter Sekunde konnte mit Spenden und Extrazahlungen geholfen werden.

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