07.11.2020 06:01 |

Seltene Krankheit

Erster Behandlungsvertrag für SMA-Medikament

Nachdem, wie berichtet, der Staat künftig die Kosten für das teuerste Medikament der Welt bei von der seltenen Krankheit SMA (Spinale Muskelatrophie) betroffenen Kleinkindern übernimmt, ist auch für Erwachsene eine Lösung in greifbarer Nähe. Die Wienerin Christina Holmes bekommt als Erste vertraglich die Medizin.

Zwei Jahre lang, in Abständen von vier Monaten, wird der Wienerin Christina Holmes nun die ersehnte Medizin Spinraza verabreicht. Als sie den Anruf aus dem Wiener Spital erhielt, konnte es die 22-Jährige, die bereits mit einer Petition, die beinahe 24.000 Unterschriften erreichte, Aufsehen erregte, kaum glauben.

Es ist das erste Mal, dass ein Krankenhaus in Österreich die Behandlung genehmigt. Spinraza ist teuer, führt aber laut Studien zu deutlichen Erfolgen. Patienten, die an SMA leiden (der Muskelschwund kann auch zu tödlichem Atemversagen führen), können demnach wieder Muskeln aufbauen, ein erfülltes Leben führen.

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Es wäre das schönste Weihnachtsgeschenk für die rund 300 Betroffenen.

Christina Holmes

„Schönstes Weihnachtsgeschenk für 300 Betroffene“
Zuletzt wurde die Finanzierung der mit 1,8 Millionen Euro pro Dosis teuersten Medizin der Welt - Zolgensma - durch den Staat beschlossen. Das erhofft sich Christina Holmes auch für Spinraza. „Es wäre das schönste Weihnachtsgeschenk für die rund 300 Betroffenen“, so die Wienerin, die über den Verein SMA Österreich die Interessen der Patienten vertritt.

Es sei ein erster Schritt, dass sie noch im November die erste Behandlung erhält. Nun liegt der Ball bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und den Krankenanstaltsverbänden. Im Sinne der Gleichbehandlung von Patienten wäre eine Behandlungsverweigerung nach dem Präzedenzfall in Wien wohl anfechtbar. Jetzt liegt es an jedem Patienten selbst, Spinraza für sich zu beantragen.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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