„Krone“-Erfolg

Teuerstes Medikament ist für Babys nun gratis

Österreich
17.10.2020 06:01

Im Sommer versprach Gesundheitsminister Rudolf Anschober beim „Krone“-Fototermin mit SMA-Patienten, sich um sie zu kümmern. Nun hielt er den ersten Teil seines Versprechens ein. Babys und Kleinkinder bekommen das mit 1,8 Millionen Euro teuerste Medikament der Welt ab sofort vom Staat finanziert.

Es ist ein bahnbrechender Erfolg für jene Österreicher, die an seltenen Krankheiten leiden - auch dank der Berichterstattung der „Krone“. Ab sofort übernimmt die Bundesgesundheitsagentur bei Babys und Kleinkindern die vollen Kosten für das im Mai neu zugelassene Medikament Zolgensma.

Die mit 1,8 Millionen Euro pro Patient teuerste Gentherapie der Welt wird einmalig verabreicht und führt dazu, dass ein Ausbruch der seltenen Krankheit Spinale Muskelatrophie (SMA) unterbunden wird. Im Ministerium geht man davon aus, dass rund zehn Kinder pro Jahr landesweit davon betroffen sind.

Im August versprach Anschober bei Fototermin: „Nehme mich der Thematik persönlich an.“ (Bild: Peter Tomschi)
Im August versprach Anschober bei Fototermin: „Nehme mich der Thematik persönlich an.“

Spinale Muskelatrophie führt zur Lähmung der Muskulatur. Betroffene sitzen im Rollstuhl, während die Krankheit auf die Lunge übergreifen und zum Erstickungstod führen kann. Fast 24.000 Menschen unterzeichneten eine Petition, die auch Erwachsenen den Zugang zu einem Medikament (Spinraza) gewähren soll. Anschober möchte auch dieses Anliegen unterstützen, doch darauf ist noch zu warten.

Zitat Icon

Jeder Mensch hat ein Recht auf kostenfreie, notwendige und sinnvolle Behandlung.

Rudolf Anschober, Gesundheitsminister

Für die Kleinsten scheint das Problem der unleistbaren Behandlung gelöst. An Standorten, die die Nachbetreuung durchführen können, wird Zolgensma künftig verabreicht.

Die kleine Salzburgerin Anastasia hatte erst im Sommer für Aufregung gesorgt. Auch ihre Behandlung wird nun vom Bund übernommen. Dass auch Länder und Sozialversicherungen an einem Strang gezogen haben, sei laut Anschober ein Signal. Denn: „Jeder Mensch hat ein Recht auf kostenfreie, notwendige und sinnvolle Behandlung“, so der Minister.

 Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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