30.10.2020 05:00 |

Arteriosklerose

Wie gesund sind Ihre Blutgefäße?

Eine gefährliche „Gefäßverkalkung“ bleibt oft lange Zeit oder sogar völlig unbemerkt. Dies kann jedoch dramatische Folgen mit sich bringen.

Die fortschreitende Verengung sowie Verhärtung der Arterien durch Ablagerungen ist ein schleichender Prozess. Das Tückische: Beschwerden treten erst sehr spät oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht auf. Verringert sich der Gefäßdurchmesser stark oder kommt es zur Ablösung von Ablagerungen und zur Bildung eines Blutgerinnsels mit Verschluss des Gefäßes, drohen Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. „Ein Drittel der Betroffenen bemerkt die Erkrankung früh genug, durch Druck auf der Brust bei Belastung. Bei einem weiteren Drittel hingegen tritt gleich ein Herzinfarkt auf, und bei dem letzten Drittel kommt es sogar ohne einem einzigen Warnsignal zum plötzlichen Herztod“, betont Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Walter Speidl, Abteilung für Kardiologie, MedUni Wien, den Ernst der Situation und die Bedeutung der Vorsorge.

Diese wird jedoch sehr oft unterschätzt - von Patienten, aber auch von den Ärzten. Viele Betroffene wiegen sich durch die gängigen Maßnahmen wie Cholesterinmessen und EKG in oft trügerischer Sicherheit. Denn das kann unter Umständen zu wenig sein, wie Prof. Speidl erklärt: „Eine Studie aus Schottland zeigt, dass bei Personen mit leichten Herzbeschwerden die Infarktrate um 40 Prozent gesenkt werden kann, wenn statt Belastungs-EKG gleich eine Computertomografie des Herzens gemacht wird.“ Generell sollte sich jeder ab dem 40. Lebensjahr Gedanken über sein Arteriosklerose-Risiko machen. Faktoren, die sich negativ auswirken und Ablagerungen an den Gefäßwänden fördern, sind Rauchen, Bluthochdruck sowie krankhaft erhöhte und veränderte Blutfette.

„Weisen Männern über 55 oder Frauen über 65 zwei dieser Faktoren bzw. Diabetiker einen davon auf, zählen sie zur Hochrisikogruppe. Ebenso Menschen mit genetischer Belastung , d. h. wenn in der Familie ein frühzeitiger Herzinfarkt (Männer unter 55, Frauen unter 60) aufgetreten ist“, so Prof. Speidl. Diese Personen haben ein mehr als 10-15%-iges Risiko, in den kommenden 10 Jahren einen Infarkt zu erleiden bzw. zu versterben, wie der Experte zu bedenken gibt. Wer also ein hohes Risiko, aber keine Symptome aufweist, sollte laut Prof. Speidl mittels Calcium-Scorings (nicht invasives radiologisches Untersuchungsverfahren), überprüfen lassen, ob sich bereits Kalk in den Herzkranzgefäßen abgelagert hat. „Häufig wird nur ein Ultraschall der Schlagadern gemacht. Dies greift jedoch zu kurz. Denn die Schlagadern können normal sein, aber die Herzkranzgefäße sind verkalkt. Bei Beschwerden und Verdacht auf Arteriosklerose sollte eine spezielle Computertomografie des Herzens, ein Coronar-CT, gemacht werden.“

Regina Modl, Kronen Zeitung

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