15.10.2020 15:00 |

Reanimations-Welttag

Leben zu retten ist gar nicht so schwer!

Jeder zehnte Österreicher erleidet im Laufe des Lebens einen unerwarteten Herzstillstand. Nur in 50 Prozent der Fälle wird innerhalb von vier Minuten mit lebensrettenden Maßnahmen begonnen.

Das Unwissen und die Scheu der Menschen, nicht helfend einzugreifen, hat schlimme Folgen: Nur etwa 10 Prozent der Betroffenen überleben einen Herz-Kreislaufstillstand schadlos. Daher appellieren Experten zum „Welttag der Reanimation“ am 16. Oktober, Erste-Hilfe zu erlernen, regelmäßig zu üben und auch anzuwenden! „Ohne entsprechende Maßnahmen der Laienreanimation nach 3 bis 5 Minuten stirbt das Gehirn unwiederbringlich ab. In diesem Zeitfenster muss mit der Herzdruckmassage begonnen werden“, betont OA Dr. Michael Hill, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt (Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin) sowie Notfallreferent der Ärztekammer Burgenland.

Um jemandem daher einen „zweiten Geburtstag“ zu schenken, Reanimation starten, nachdem man mit dem Notfallcheck zuvor das Bewusstsein und die Atmung kontrolliert hat: Prüfen, ob der Patient auf Ansprache reagiert und schauen, ob sich der Brustkorb hebt und senkt bei gleichzeitig nach hinten überstreckten Kopf. Danach Hilfe holen, den Notruf 144 wählen (Rufen). Mit der Herzdruckmassage (Drücken) beginnen. Wenn ein öffentlicher Defibrillator (AED) in der Nähe ist, sollte dieser von einem zweiten Helfer sofort geholt und angelegt werden. Die Stimme erklärt jeden einzelnen Schritt (Schocken, wenn der AED einen entsprechenden Rhythmus erkennt). Die Ärztekammer Burgenland und der Österreichische Reanimationsrat haben diesbezüglich ein Video gedreht (siehe oben), in dem die geltenden Leitlinien (unter Covid-19) mit einem Szenario und anschließender einfacher Erklärung gezeigt und erklärt werden.

Schon Kinder sollten in der Reanimation spielerisch unterwiesen werden, hier gibt es die europäische Initiative Kids Save Lives. Dr. Hiller: „Es müssten mindestens 20 Prozent der Bevölkerung trainiert werden, was nur über regelmäßigen Unterricht in den Schulen möglich ist. In Norwegen und Holland reagieren 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung auf einen beobachteten Herzkreislaufstillstand (bei uns nur 15 bis 20 Prozent). In diesen Ländern wird seit Jahrzehnten die Reanimation in den Bildungsstätten gelehrt.“ In Wien, Oberösterreich und im Burgenland wurde damit erfreulicherweise schon begonnen.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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