27.09.2020 13:05 |

Auch Fälle rückläufig

Wien auf 1450-Kritik: „Nur 30 Sekunden Wartezeit“

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen geht im Moment in Wien zurück. In dieser Woche sind 1998 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, teilte der medizinische Krisenstab der Stadt am Sonntag (Stand: 8 Uhr) mit. Das sind um 14,6 Prozent weniger als in der Woche zuvor. Unterdessen reißt die Kritik an den langen Wartezeiten bei der Hotline 1450 nicht ab. Seitens der Stadt wurden daraufhin Daten vom Samstag vorgelegt, die eine Hotline-Wartezeit von durchschnittlich nur 30 Sekunden belegen sollen.

Insgesamt wurden in Wien bis dato 15.142 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, hieß es. In den vergangenen 24 Stunden kamen 279 neue Fälle hinzu. 10.437 Personen sind mittlerweile wieder gesund. 244 Menschen haben hingegen die Erkrankung nicht überlebt und sind verstorben. Die durchschnittliche Positivrate bei den Testungen ist von 6,02 Prozent in der vergangenen Woche auf 5,71 Prozent in dieser Woche gesunken, hieß es in der Aussendung.

Bei der Hotline 1450, wo sich Menschen melden sollen, die vermuten, sich mit dem Virus infiziert zu haben, gingen alleine am Samstag 3340 Anrufe ein. Allerdings reißen die Vorwürfe rund um die Hotline weiter nicht ab - vor allem um die extrem langen Wartezeiten. Ein 1450-Telefonist erklärte gegenüber der „Krone“: Was die Warteschleifen in der Telefonleitung betrifft, so sei „das schon gut“, wenn man nur eine Stunde drinnen hänge. Diverse Chat-Protokolle liegen der „Krone“ vor.

Spitzen „nur bedingt vorhersehbar“
Im Büro des Gesundheitsstadtrats will man die Vorwürfe so nicht im Raum stehen lassen. Dort wurde versichert, dass sich die täglichen Anrufer-Zahlen bei 1450 nach zeitweiligen, „nur bedingt vorhersehbaren“ Spitzen wieder normalisiert hätten. Weiters wurde auf die Ankündigung von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) verwiesen, wonach laufend Personal im Gesundheitsbereich eingestellt werde - darunter auch bei 1450. Derzeit seien dort 425 Mitarbeiter im Einsatz.

Die Wiener ÖVP ortet hingegen ein Systemversagen bei der Gesundheitshotline. „Es ist längst überfällig, dass SPÖ-Stadtrat Hacker vom Corona-Management entbunden wird“, sagten der nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch und Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec unisono.

Am Samstag angeblich nur 30 Sekunden Wartezeit
Angesichts der Vorwürfe übermittelte die Stadt inzwischen Daten zu den Wartezeiten bei der 1450-Hotline an die Austria Presse Agentur. Am Samstag dauerte es demnach im Schnitt nur 30 Sekunden bis zur Annahme des Anrufes im sogenannten First Level, wo die Daten des Anrufers aufgenommen werden. Weitere 20 Sekunden dauerte die Weiterleitung zum Abklärungsgespräch mit dem medizinischen Personal.

Was die lange Dauer bis zur Testabnahme betrifft, so wurde außerdem auf die am Donnerstag eröffnete zweite Corona-Teststraße auf der Donauinsel verwiesen, wo sich auch Personen mit Symptomen testen lassen können. Dadurch könne die Wartezeit verkürzt werden, da man selbst dorthin fahren könne und nicht mehr warten müsse, bis das „Mobile Home Sampling Team“ nach Hause komme.

Ab Montag gilt Gastro-Registrierungspflicht
Und auch an einer anderen Front in Sachen Bekämpfung der Weiterverbreitung des Coronavirus gibt es in Wien ab Montag eine neue Regelung: Gastronomiebetriebe müssen die Daten ihrer Gäste für ein effizientes Contact Tracing erfassen. Die Figlmüller Group, die in der Bundeshauptstadt sechs Betriebe führt, hat dazu eine digitale Lösung gefunden. Gemeinsam mit der Diamir Holding wurde das Online-Tool „Gast-CheckIn“ entwickelt, wie man in einer Aussendung verkündete. Dabei sollen Gäste einen QR-Code mit ihrem Smartphone scannen und ihre Daten dann in Online-Formular eingeben.

Sind sie bereits einmalig hinterlegt, müssen sie nur bestätigt werden. Uhrzeit und Datum werden automatisch erfasst. Die Daten werden gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung auf europäischen Servern gespeichert und nach 28 Tagen automatisch gelöscht, wurde versprochen. „Gast-CheckIn“ stehe allen Wiener Gastronomen ab sofort zur Verfügung. Die monatliche Lizenzgebühr betrage ab 29 Euro.

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