27.09.2020 07:30 |

Derby in Hartberg

Ring frei zum Kampf um die Steiermark!

„Mit diesem Sieg haben wir gezeigt, dass wir zurecht die Nummer eins im Bundesland sind!“ Nach dem 4:1 am 5. Juli im letzten Derby in Graz jubelte Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl ausgelassen, denn damit war klar, dass ihr „Underdog“ erstmals vorm großen Bruder Sturm die Saison beenden würde. Sturm-Boss Christian Jauk hat den Rollentausch fair runtergeschluckt - heute würde er in Hartberg die Fußball-Welt aber allzu gerne wieder zurechtrücken.

„Letzte Saison waren wir die Nummer eins in der Steiermark“, sagt Powerfrau Brigitte Annerl voller Stolz, „und damit haben wir eine Riesenfreude!“ Die 51-Jährige fiebert schon dem Sonntag entgegen: „Ich freu mich schon auf eine schöne Partie gegen Christian Ilzer, dem wir alle noch immer dankbar sind, dass er uns zum Aufstieg in die Bundesliga verholfen hat.“

Zuversicht für den nächsten Hartberg-Coup gibt der Besitzerin einer Fruchtbarkeitsklinik die Kontinuität bei ihren „Hellblauen“: „Unsere Mannschaft ist in den maßgeblichen Punkten unverändert geblieben, entwickelt sich aber unter Markus Schopp ständig weiter. Wir haben im Vorjahr bereits so manchen überrascht und das können wir wieder.“ Dass die Erwartungen an Hartberg und der Respekt vorm „Dorfklub“ gestiegen sind, macht die Wienerin extrem stolz: „Mit der Ausgabe von Zielen sind wir aber vorsichtig. Markus Schopp spricht primär vom Klassenerhalt, die Optimisten hingegen sehen uns gut genug für die Meisterrunde. Aber bei aller Euphorie wissen wir genau, dass wir der TSV Hartberg sind. Und wir haben nicht vergessen, wo wir herkommen. Für uns hat’s jetzt einmal Priorität, dass wir uns infrastrukturell weiterentwickeln.“

Für ein bisschen himmlischen Beistand hat sie zum Derby heute Bischof Wilhelm Krautwaschl eingeladen: „Unser hochgeschätzter Bischof trägt normal schwarz-weiße Dienstkleidung“, schmunzelt sie, „aber mir zuliebe zieht er diesmal ein blaues Hemd an.“

Ihr Verhältnis zu Sturm-Boss Christian Jauk hält sie für sehr gut: „Jeder hat mit seinem Verein seine Ziele, aber grundsätzlich kämpfen wir für die gleiche Sache.“ Und diesmal wird der Sturm-Boss seinen fixen Platz im Hartberger VIP-Klub erhalten: „Letztes Mal hatte der Herr Präsident Schwierigkeiten beim Einlass, weil wir einen zweiten Christian Jauk im Stadion hatten. Eine gute Freundin von mir hat nämlich in eine Familie Jauk eingeheiratet.“

Sportlich ist die „Chefin“ für heute durchaus optimistisch: „Ich tippe auf einen 3:2-Sieg für uns."

Nur die Nummer zwei im steirischen Fußball zu sein, ist ganz und gar nicht nach dem Geschmack von Sturm-Präsident Christian Jauk - wobei er nüchtern analysiert: „Auch wenn wir der größere Verein sind, ist das keine Garantie im Sport und im Fußball schon gar nicht.“ Woran es letzte Saison gefehlt hat, ist dem 54-jährigen Finanzexperten sonnenklar: „Für den Erfolg musst du die Leidenschaft investieren, die Sturm immer ausgezeichnet hat.“

Dieses nötige Feuer hat letzte Saison in der Oststeirermark gebrannt: „Wenn’s gegen Sturm geht, dann sind halt alle Hartberger extra motiviert, weil viele eine schwarz-weiße Vergangenheit mitbringen.“ Wie beispielsweise die Trainer Markus Schopp, Jürgen Säumel, Alex Kontra, oder die Spieler Tobias Kainz, Christian Klem und Lukas Fadinger.

Respekt und Anerkennung
Auch wenn der schwarz angehauchte „kleine Bruder“ unbequem zu werden droht, hegt Jauk hohen Respekt vor dem Gegner und vor der Art, wie der engagierte Obmann Erich Korherr den Laden schupft: „In den 90 Minuten herrscht eine besondere Rivalität zwischen unseren beiden Vereinen, aber davor und danach ist es von Respekt und Anerkennung getragen.“

Dennoch würde der Sturm-Boss, der auch im Aufsichtsrat der Bundesliga sitzt, seine Schwarz-Weißen gerne wieder permanent vor Hartberg sehen: „Heuer haben wir mit einem oststeirischen Cheftrainer ja ein probates Gegenmittel parat. Christian Ilzer wird unsere Jungs ordentlich anheizen.“

Dass die Partie in Hartberg steigt, ist den Blackies übrigens gar nicht so unrecht: Denn die oststeirischen Europacup-Fighter haben am eigenen Rasen Probleme, sind bereits seit zehn Spielen ohne Heimsieg. Den letzten Dreier gab’s am 7. Dezember 2019 beim 3:2 gegen St. Pölten.

PS: Die Fans dürfen sich auf Offensive freuen! Bisher war das Motto in diesem Duell immer „Sieg oder Niederlage“ - in den bisherigen neun Partien zwischen Hartberg und Sturm gab’s noch nie ein Remis. Fünfmal gewann Sturm, viermal Hartberg.

Volker Silli
Volker Silli
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