26.09.2020 06:00 |

Länder scheren aus

Erste Kraftprobe bei der sonst harmonischen ÖVP

Loyalität ist in der türkisen Welt das höchste aller Güter. Was der Chef, also der Bundeskanzler, sagt, das gilt. Diese Maxime war bis vor wenigen Tagen unverrückbar. Jetzt kommt es zur ersten Machtprobe im sonst so harmonischen und geeinten ÖVP-Lager. Manche Bundesländer scheren aus der blinden Gefolgschaft aus.

Die Wolken am türkisen Himmel ziehen ausgerechnet aus Niederösterreich auf. Die dortige Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gilt seit jeher als große Förderin von Sebastian Kurz, bisher marschierten sie stets einträchtig Schulter an Schulter. Jetzt hätte Kurz gern gesehen, dass alle ÖVP-Länder die Sperrstunde auf 22 Uhr vorverlegen. Auch als Signal im Wien-Wahlkampf an die rot-grün regierte Hauptstadt.

Mikl-Leitner will ihren eigenen Weg gehen
Doch Mikl-Leitner sagte Nein, ebenso wie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer und Steiermark-Chef Hermann Schützenhöfer. Darüber sei das Kanzleramt so gar nicht erfreut gewesen, ist zu hören. Am Freitag machte Niederösterreichs Landeschefin dann unmissverständlich klar, dass sie ihren eigenen Weg gehen will. Statt den Wunschvorgaben des Bundes zu folgen, gibt es bei Mikl-Leitner eigene Regeln und Verschärfungen, die sich an den Farben der Corona-Ampel orientieren.

Für Bundeskanzler Kurz ist dies der erste Gegenwind aus seinen Bundesländern. Es wird demnächst wohl so manches klärende Gespräch anstehen.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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