Nach dem undankbaren vierten Platz beim Olympia-Auftakt stand Lisa Eder niedergeschlagen im Auslauf des Skisprung-Stadions von Predazzo, ehe sie von ihrem Freund Manuel Fettner auf der Tribüne getröstet wurde. „Vielleicht gehe ich auch noch Frustsaufen“, war die Enttäuschung groß.
Die Salzburgerin, die mit großen Ambitionen nach Italien gereist war und sich auf der Normalschanze gute Medaillenchancen ausgerechnet hatte, scheiterte am Samstagabend an ihren Nerven. „Die Nervosität war riesengroß. Es war nicht einfach“, sagte Eder enttäuscht.
Bereits um fünf Uhr morgens sei sie aufgewacht, erzählte die 24-Jährige. „Bis zu Mittag war ich nur am Klo.“ Auch die Beruhigungsversuche ihres Umfelds zeigten bei der Mitfavoritin nur bedingt Wirkung. „Wir haben versucht, dass sie locker, ruhig und fokussiert bleibt“, sagte ÖSV-Cheftrainer Thomas Diethart. Fettner, der das Olympia-Ticket bei den ÖSV-Männern verpasst hatte, sei vormittags extra ins Quartier gekommen, um Eder zu beruhigen, gab Diethart Einblicke. „Es war rein eine mentale G‘schicht.“
„Es war halt einfach zu wenig“
Nach einem „verkrampften“ ersten Durchgang ging die Leogangerin als Fünftplatzierte ins Finale, in dem sie sich noch um eine Position verbesserte. Am Ende fehlten ihr beim Triumph der Norwegerin Anna Odine Ström genau 4,5 Punkte auf Bronze. „Es war halt einfach zu wenig“, blickte Eder, die in allen sieben Normalschanzen-Bewerben des Weltcup-Winters auf dem Stockerl gelandet war, frustriert zurück. „Vielleicht geh ich auch noch Frustsaufen.“
Sie weiß nach wie vor, dass sie es kann. Jetzt hat sie Wut im Bauch und die Angreiferposition liegt ihr im Grunde mehr. Vielleicht hilft es ihr sogar.
ÖSV-Cheftrainer Thomas Diethart
Diethart versuchte, positiv auf den Mixed-Team-Bewerb am Dienstag und die Großschanzen-Konkurrenz am kommenden Sonntag zu blicken. „Sie weiß nach wie vor, dass sie es kann. Jetzt hat sie Wut im Bauch und die Angreiferposition liegt ihr im Grunde mehr. Vielleicht hilft es ihr sogar“, hoffte der Coach. Im Mixed Team wird Eder gemeinsam mit Julia Mühlbacher an den Start gehen, die nach einem 22. Platz ebenfalls unzufrieden war und mit ihrer Zimmerkollegin mitfühlte. „Man kriegt mit, was man jeden Tag investiert und auf was man verzichtet“, sagte die Oberösterreicherin. „Das tut weh und ist echt hart.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.