25.09.2020 16:20 |

Wien ist Spitzenreiter

Infektionsquelle bei 42% der Covid-19-Fälle unklar

Am Freitagnachmittag hat die Corona-Kommission ihre Indikatoren zur Risikoeinstufung für die derzeit geltende Ampel-Schaltung veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass in der Kalenderwoche 38 österreichweit bei 42 Prozent der Covid-19-Fälle die Infektionsquelle unbekannt war. Wien verzeichnete mit 49 Prozent den höchsten Wert, Oberösterreich mit 19 Prozent den geringsten. Landesweit war ein Viertel der positiv getesteten Menschen asymptomatisch.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54,8. Das bedeutet, dass zwischen 17. und 23. September österreichweit pro 100.000 Einwohner im Schnitt 54,8 Menschen positiv getestet wurden. Die aktuelle Risikoeinstufung umfasst unterschiedliche Zeiträume. Bezogen auf das Contact Tracing wurde die Kalenderwoche 38 von 14. bis 20. September hergenommen. Hier zeigen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern bei den Fällen mit geklärter Infektionsquelle.

Fast Hälfte der Fälle in Wien nicht nachvollziehbar
Die meisten unklaren positiven SARS-CoV-2-Betroffenen gab es demnach mit 49 Prozent in Wien. In Salzburg war bei 47 Prozent der Infektionen die Quelle unklar, in Niederösterreich und Vorarlberg jeweils bei 41 Prozent. In der Steiermark waren 40 Prozent der Fälle ohne bekannte Quelle, in Tirol 34 Prozent. In Kärnten war bei 29 Prozent der Angesteckten nicht klar, wo sie sich angesteckt hatten, in Oberösterreich bei 19 Prozent. Dort konnte somit bei 81 Prozent der Infizierten die Quelle ausfindig gemacht werden.

Zuletzt hatte die leitende Epidemiologin der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES), Daniela Schmid, erklärt, dass sich mindestens 60 bis 70 Prozent aller Infektionen mit dem Coronavirus idealerweise auf ihre Quelle zurückführen lassen sollten. Falle dieser Wert unter 50 Prozent, werde es schwieriger, wirkungsvoll mit Präventivmaßnahmen zu arbeiten.

Nur vier Prozent lassen sich auf Reisen zurückführen
Aus der Analyse der Corona-Kommission geht auch hervor, dass nunmehr lediglich vier Prozent der positiven Fälle reiseassoziiert sind. Fünf Prozent wurden im Rahmen von Screening-Programmen entdeckt, Kärnten verzeichnete hier mit neun Prozent den höchsten Wert, Salzburg und die Steiermark mit zwei Prozent den geringsten. Und österreichweit waren in der Vorwoche 24 Prozent der Fälle asymptomatisch.

Reproduktionszahl von 1,3 auf 1,09 gesunken
Die effektive Reproduktionszahl ist im Wochenvergleich von 1,3 auf 1,09 gesunken. Das heißt, ein Infizierter steckte zwischen 11. und 23. September geschätzt im Schnitt 1,09 weitere Menschen an. Das geht aus dem Update der Berechnungen von AGES und TU Graz von Freitagnachmittag hervor, für die 9057 Fälle in dem Zeitraum untersucht wurden. Auch die geschätzte Steigerungsrate der täglichen Neuinfektionen ging von acht auf 0,7 Prozent zurück.

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