25.09.2020 10:14 |

Brief von Kim an Moon

Südkoreaner „im Kampf gegen Corona erschossen“

Jener vermisste Behördenmitarbeiter aus Südkorea, der von seinem Patrouillenboot vor der zu Südkorea gehörenden Insel Yeonpyeong verschwunden ist, ist tot: Nordkorea bedauere nach Angaben der Regierung in Seoul, den Mann erschossen zu haben, wie aus einem Brief von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hervorgehe. Der 47-Jährige sei im Rahmen der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus getötet worden.

Wie aus der Auswertung geheimdienstlicher Informationen hervorgeht, habe am Dienstag ein nordkoreanisches Patrouillenboot den mit einer Rettungsjacke bekleideten Mann im Meer aufgespürt, erklärte der Nationale Sicherheitsberater Südkoreas am Freitag. Die Besatzung habe sich Gasmasken aufgesetzt und ihn aus sicherer Entfernung befragt. Der Mann sei noch im Wasser treibend erschossen worden. In dem Brief an Südkoreas Präsident Moon Jae In schreibe Kim, der Vorfall hätte sich nicht ereignen dürfen.

Südkoreanischen Angaben zufolge gibt es Hinweise darauf, dass der Mann zum Norden habe überlaufen wollen, nachdem er am Montag nahe der umstrittenen Grenze zwischen den beiden Staaten von seinem Patrouillenboot verschwunden sei.


Das südkoreanische Militär hatte bereits am Donnerstag erklärt, die nordkoreanischen Soldaten hätten den seit einigen Tagen vermissten Mitarbeiter getötet und danach seine Leiche verbrannt - vermutlich, um einen Corona-Ausbruch zu verhindern. Zuletzt hatte der Befehlshaber der in Südkorea stationierten US-Truppen, Robert Abrams, gesagt, nordkoreanische Spezialkräfte hätten einen Schießbefehl gegen Schmuggler an der Grenze zu China erhalten, um die Einschleppung des Coronavirus zu verhindern.

Moon: „Schockierender Zwischenfall“
Die Erschießung des Beamten löste in seiner Heimat Entsetzen und Unverständnis aus. Südkorea warf dem abgeschotteten Nachbarland am Donnerstag brutales Verhalten vor und forderte das kommunistische Regime auf, das Vorgehen zu erklären und die Verantwortlichen zu bestrafen. Präsident Moon sprach von „einem schockierenden Zwischenfall, der nicht hingenommen werden kann“.

Der Vorfall gilt als Schlag für die Bemühungen der südkoreanischen Regierung, den abgerissenen Dialog mit dem Nachbarland wieder aufzunehmen. Der Nationale Sicherheitsrat verurteilte das Vorgehen Nordkoreas. Es könne aus keinem Grund gerechtfertigt werden, dass Soldaten einen südkoreanischen Staatsbürger, der unbewaffnet gewesen sei, erschossen und seinen Leichnam geschändet hätten, hieß es.

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