20.09.2020 11:06 |

Gestapo-Hauptquartier

Der idyllische Burghof soll ewiges Mahnmal sein

Heute ist der Burghof mit dem Museum Moderner Kunst Kärnten, Cafés und Geschäften einer der schönsten Plätze von Klagenfurt. Vor 70 Jahren war das Areal als Gestapo-Hauptquartier für Kärnten und Oberkrain der Schauplatz vieler Anklagen und Folterungen. 47 Personen wurden dort zum Tode verurteilt. An ihr bitteres Schicksal erinnert eine zweisprachige Gedenktafel.

Der Film-Branchentreff fand im Burghof statt; beim Open-Air-Kino fiebern jedes Jahr bei zig Veranstaltungen Tausende Besucher mit – der Burghof ist etwas zum Herzeigen. Landeshauptmann Peter Kaiser erinnert aber auch daran, welch furchtbare Rolle der Ort im 2. Weltkrieg als Gestapo-Hauptquartier einnahm.

Das Gebäude diente als „Relaisstation“, von der aus in Haft Genommene an das Landesgefangenenhaus und von dort aus in die Konzentrationslager weitergeleitet wurden. Obwohl die Burg keine Hinrichtungsstätte war, sind jedoch Todesfälle durch Folterung belegt.

Um all jene unvergessen zu machen, die in der Burg von Klagenfurt brutal verhört, gefoltert und getötet wurden, wurde 70 Jahre nach der Kapitulation im Burghof eine Gedenktafel enthüllt. „Sie ist zweisprachig und erinnert an die Geschehnisse“, so Kaiser.

Die 2015 eröffnete Erinnerungsstätte mit den 47 Namen der am Landgericht Klagenfurt zum Tode Verurteilten soll an die fürchterlichen Übergriffe der Justiz während des Regimes des Nationalsozialisten erinnern. Die Gedenkstelle soll ein Zeichen setzen, dass es nicht Schuld der Opfer war, wegen ihres Einsatzes für humane und politische Werte abgestraft worden zu sein.

1586 war das Gebäude als protestantische Adelsschule errichtet worden. Nach der Gegenreformation wählte der Burggraf das Objekt als Sitz.

Christian Tragner
Christian Tragner
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