19.09.2020 13:15 |

Wartezeiten zu lange

Anschober: „Wien muss Geld in die Hand nehmen“

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ortet wegen langer Wartezeiten bei der Auswertung von Corona-Tests Versäumnisse in manchen Bundesländern. Es hätten zwar einige Behörden bereits Personal aufgestockt, besonders in Wien müsse dafür aber „massiv Geld in die Hand genommen“ werden, sagte er im Ö1-„Journal zu Gast“ am Samstag. Außerdem befürchtet der Minister, dass die Zahl der Intensivpatienten mit einer Covid-19-Erkrankung bis Monatsende im dreistelligen Bereich liegen könnte.

„Wochenlang hatte sich durch das deutlich gesunkene Durchschnittsalter der positiv Getesteten die Zahl der Hospitalisierungen von den steigenden Infektionszahlen entkoppelt“, so Anschober in einer Aussendung. Das scheine sich nun zu ändern, denn die Prognosen zeigen „deutlich nach oben“ und gehen von rund 110 Intensivpatienten bis Monatsende aus. Derzeit befinden sich in Österreichs Spitälern 349 Personen aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus, 84 Patienten benötigen eine intensivmedizinische Versorgung.

Verantwortungsbewusstsein: Anschober ortet „umfassende Trendwende“
Dennoch ortet Anschober in den vergangenen Tagen eine „umfassende Trendwende“. Die Bevölkerung mache nun wieder immer stärker mit und übernehme auch wieder Mitverantwortung. Auch das Ausbruchsgeschehen am Samstag zeige, dass punktgenau die richtigen Maßnahmen gesetzt worden sein. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Verantwortungsgefühl der Bevölkerung bald wieder wie im Frühling ist und wir damit die Pandemie weiter unter Kontrolle halten können“, sagte er.

Hotline muss ausreichend Personal haben
Dass die Regierung zu spät auf die steigenden Zahlen reagiert habe, stellte Anschober gegenüber Ö1 in Abrede. Es sei jedoch ein „schwerer Fehler“, wenn Tester erst Tage nach einem Anruf bei der Corona-Hotline 1450 kämen und die Getesteten mehrere Tage auf das Ergebnis warten müssten. Eine Hotline könne nur dann gut funktionieren, wenn sie auch über ausreichend Personal verfüge. Nach Gesprächen mit der Stadtregierung zeigte er sich jedoch zuversichtlich, dass auch Wien alle Anstrengungen unternehmen werde.

Nehammer will Wien beim Contact Tracing helfen
Indes schaltete sich auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) zum wiederholten Mal in die Debatte um steigende Infektionszahlen in der Bundeshauptstadt ein. Er erneuerte in einer Stellungnahme sein Angebot, die Eindämmung polizeilich zu unterstützen: „Die Polizei steht bereit, beim Contact Tracing und der Kontrolle der Einhaltung der Quarantäne zu helfen.“

Bisher hatte die Wiener Stadtregierung solche Angebote als Provokation im laufenden Wahlkampf gewertet und abgelehnt.

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