09.09.2020 20:00 |

Ehrenamtlicher Einsatz

Burg Lichtenegg liegt nicht im Dornröschenschlaf

Oberhalb des kleinen Bahnhofs in Wartberg im Mürztal liegt die Burgruine Lichtenegg. Dass in ihr so viel Leben herrscht, ist einem Verein zu verdanken, der großen Einsatz zeigt. Die „Steirerkrone“ war auf Besuch.

Auf dem Hauptturm weht die Fahne in den steirischen Landesfarben, und die über der Brüstung sichtbaren Sonnenschirme signalisieren: Diese Burg liegt nicht im Dornröschenschlaf, sie lebt!

Wolfgang Ulrich hat seit März 2019 das Obmann-Amt des Burgvereins Lichtenegg inne. Er spricht lieber von der „Burg Lichtenegg“ als von der Burgruine. Mit gutem Grund, denn für eine Ruine ist das Steingemäuer, dessen Geschichte bis zum Ende des 14. Jahrhunderts zurückgeht, viel zu lebendig.

Seit 1979 im Besitz des Vereins
Lichtenegg beherbergt ein interessantes Museum: Objekte des bäuerlichen Lebens, alte Maschinen und Schwerter laden in fünf Räumen zu einem Streifzug durch die alte Zeit ein. 1979 wurde die Burg durch die letzte Eigentümerin, Gräfin Spiegelfeld, geborene Attems, dem 1929 gegründeten Verein geschenkt. Das Areal grenzt an die Besitzung der Familie Pengg an.

Ulrich ist vor allem für die Organisation zuständig und hat den Auftritt auf Facebook sowie die Homepage modernisiert. Er selbst wurde am Fuße des Burghügels in einem der großen Personalhäuser geboren. Schon als Kind hat er in der Burg gespielt, beim steirischen Kegelspiel „für ein Kracherl, Schnitten oder ein kleines Trinkgeld die Kegeln aufgesetzt“. Der Obmann genießt die Pension und ist bereits „seit sicher 30 Jahren Mitglied beim Burgverein“.

Der „Ross-Stall“ kann für Veranstaltungen genutzt werden, zwei bis drei Hochzeiten und mehrere Geburtstagsfeiern finden pro Jahr auf dem Burgareal statt. Die Kosten für die Miete sind mit 150 Euro moderat.

Alle Arbeiten ehrenamtlich
Die alten Gemäuer wurden und werden mit Idealismus und viel Einsatz in Schuss gehalten und laufend gewartet: Schwere Arbeit war in den vergangenen 90 Jahren notwendig, um die Burgruine vor dem Verfall zu bewahren. Im heurigen Sommer wurde beispielsweise der Burghügel von Bäumen und wucherndem Gestrüpp befreit. Alles ehrenamtlich, versteht sich.

450 Mitglieder zeigen sehr großen Einsatz
Wie es überhaupt der freiwillige Einsatz der rund 450 Vereinsmitglieder ermöglicht, dass die Burg stets vom 1. Mai bis zum Nationalfeiertag Ende Oktober für Besucher an den Wochenenden geöffnet ist - bei freiem Eintritt. Spenden kommen den anfallenden Arbeiten zugute.

Von der heuer neu verlegten Terrasse an der Burgbrüstung bietet sich ein schöner Blick ins Land, die Gaststube lädt mit Erfrischungen zum Bleiben ein. Im Schankraum thront das alte Präparat eines mächtigen Adlers über der Tür neben anderen Jagd-Trophäen; die dicken Steinmauern erzeugen noch eine angenehme Raumtemperatur, während es draußen schon allmählich kühler wird.

12.000 Euro Kosten pro Jahr
Die Erhaltungs- und Betriebskosten der Burg Lichtenegg belaufen sich auf etwa 12.000 Euro pro Jahr und werden durch die Mitgliedsbeiträge, den Umsatz aus der Gastronomie und Subventionen der Gemeinde sowie der Hugo-und-Risa-Noot-Stiftung gedeckt.

Ulrich gibt sich zuversichtlich, dass nach hoffentlich baldigem Abklingen der Corona-Pandemie noch mehr Menschen dieses historische Kleinod im Mürztal besichtigen wollen.

Peter Bernthaler, Kronen Zeitung

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