03.09.2020 15:50 |

Im Corona-Lockdown

Steirischer Handel verlor 250 Millionen Euro

Der Lockdown im März und April hat den steirischen Einzelhandel schwer getroffen: Wie eine aktuelle Studie zeigt, verloren die Unternehmen etwa 250 Millionen Euro an Umsatz. Da die restlichen Monate gut liefen, gab es im gesamten ersten Halbjahr „nur“ ein Umsatzminus von 3,5 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten sank um knapp drei Prozent. 

Als Österreich Mitte März wegen der Corona-Pandemie fast zum Stillstand gebracht wurde, gab es zwar einen kurzfristigen Ansturm auf den Lebensmittelhandel und Drogerien. Der Großteil der Geschäfte musste aber für einige Wochen zusperren.

Das Resultat: Im März sank der Umsatz im steirischen Einzelhandel um 14 Prozent, im April dann gar um 21 Prozent. „In diesen beiden Monaten lässt sich der Umsatzentgang im stationären steirischen Einzelhandel mit 250 Millionen Euro netto beziffern“, sagt Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria. Das konnten auch Zuwächse im Online-Geschäft nicht ausgleichen.

Ab Mai ging es aufwärts
Im Jänner und Februar stand noch ein sattes Plus von 3,5 bzw. 6,9 Prozent. Und auch im Mai und Juni, als alle Geschäfte wieder offen haben konnten, gab es Zuwächse (4,7 bzw. 0,7 Prozent). Im gesamten ersten Halbjahr wurde ein Umsatz von 4,6 Milliarden Euro erzielt - ein Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Das ist dramatischer, als es klingt, denn die Gewinnmargen sind laut Wirtschaftskammer im Handel gering.

Mode-, Schuh- und Schmuckgeschäfte hart getroffen
Die Entwicklung war je nach Branche sehr unterschiedlich: Während der Lebensmittelhandel, aber auch der Bau- und Heimwerkerbedarf oder der Handel mit kosmetischen Artikeln Umsatzzuwächse verbuchen konnte, musste der Bekleidungs- und Schuhhandel sowie der Schmuckhandel zum Teil monatliche Umsatzrückgänge von bis zu 70 Prozent verkraften.

Viele junge Mitarbeiter mussten gehen
Gesunken ist im von Corona geprägten Halbjahr auch die Beschäftigung im Einzelhandel: um 2,8 Prozent auf 45.300 Personen. Besonders häufig betroffen waren junge Mitarbeiter unter 25 Jahre.

Laut dem steirischen Handelsobmann Gerhard Wohlmuth „darf es keinen weiteren Lockdown geben, und sollte es zu verpflichtenden Coronatests für unsere Mitarbeiter kommen, so müssen die Kosten dafür vom Bund getragen werden. Weiters müssen die Ergebnisse dieser Tests schneller vorliegen, die aktuellen Wartezeiten sind hier sowohl für die betroffenen Mitarbeiter als auch für die Betriebe nicht tragbar.“

Pleitewelle droht
Der Ausblick ist vorsichtig optimistisch: 60 Prozent der steirischen Einzelhändler gehen laut KMU Forschung Austria von einem stabilen Geschäftsverlauf in den kommenden Monaten aus, 25 Prozent erwarten sich sogar eine Verbesserung, mit einer Verschlechterung rechnen 15 Prozent. Doch die Folgen des Lockdowns könnte zeitverzögert noch zu einer Pleitewelle führen, so die Befürchtung.

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