Gipfel vertagt

Entscheidung über Eisenbahnbrücke verschoben

Oberösterreich
17.09.2010 14:59
Noch immer gibt's keinen Termin für den seit Wochen geplanten Eisenbahnbrücken-Gipfel. Die ÖBB wollen zuerst mit dem Denkmalamt die Sanierungskosten klären. Statt einer schnellen Entscheidung stehen langwierige Gespräche im Vordergrund, die sich sogar bis Jahresende ziehen könnten. Erneut für den Erhalt des Bauwerks haben sich Experten ausgesprochen.

"Ich habe meinen Ohren nicht getraut, die Stahlstadt Linz will eine Stahlbrücke abreißen?", stellt der Verkehrsplaner Hermann Knoflacher die Frage in die Runde. Bei einem Informationsabend rund um die Eisenbahnbrücke im Schlossmuseum haben sich die Experten von der Technischen Universität Wien, dem Technischen Museum und den Landesmuseen für den Erhalt des Bauwerks ausgesprochen.

Die Einzigartigkeit und der Denkmalwert wurden besonders hervorgehoben. Harte Worte fand TU-Professor Gerhard Stadler: "Die Konzeptunfähigkeit der Verantwortlichen führte zur Vernachlässigung der Brücke. Den Denkmalschutz als Grund für die Konzeptlosigkeit anzugeben, ist unzulässig."

Doch gerade das Denkmalamt ist mit den ÖBB für die aktuelle Verzögerung verantwortlich. Im September hätte der Brückengipfel mit den ÖBB, der Stadt Linz, dem Land und dem Denkmalamt Klärung bringen sollen. Nun ist er auf unbestimmte Zeit verschoben.

Politik muss warten
"Wir drehen uns immer wieder im Kreis. Ohne Entscheidung vom Denkmalamt können wir aktiv nichts unternehmen. Unsere Mitarbeiter arbeiten bereits an verschiedenen Planungsszenarien. So können wir reagieren, sobald die Empfehlung der Denkmalschützer vorliegt", erklärt SPÖ-Vizebürgermeister Klaus Luger.

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