24.06.2020 09:02 |

Mutter gegen Raser

„Katis Tod soll nicht völlig umsonst gewesen sein“

Vor zwei Monaten ignorierte ein Pkw-Lenker auf der Wiener Bundesstraße bei Eugendorf in Salzburg ein Überholverbot und riss so die Tochter von Sabine Koch-Peterbauer aus dem Leben. Die Hinterbliebenen um Koch-Peterbauer rufen nun zu einer Mahnwache am Unfallort auf. „Wir wollen wachrütteln“, erklärt die Mutter von Kati.

„Katis Tod soll nicht völlig umsonst gewesen sein“, betont Sabine Koch-Peterbauer aus Henndorf. Am 10. April prallte ihre Tochter Katrin (27) zusammen mit Freund Julian Grabmüller (28) auf der Wiener Bundesstraße bei Eugendorf im Firmenwagen des 28-Jährigen mit voller Wucht gegen den Mercedes eines Flachgauers (24). Grabmüller überlebte schwerst verletzt, doch für seine Freundin am Beifahrersitz und den Mercedes-Lenker kam jede Hilfe zu spät. Der 24-Jährige hatte zuvor trotz Sperrlinie versucht, einen Lkw vor einer Kurve auf der Gegenspur zu überholen.

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Die Ärzte sagten, er hat wie durch ein Wunder überlebt.

Sabine Koch-Peterbauer über Julian Grabmüller

Zweimal hörte Grabmüllers Herz während seines Aufenthalts auf der Intensivstation des Unfallkrankenhauses auf zu schlagen. Vor zwei Wochen konnte der Angestellte schließlich mit Krücken aus dem Spital entlassen werden. „Die Ärzte sagten, er hat wie durch ein Wunder überlebt“, erzählt Koch-Peterbauer.

Auch zwei Monate nach dem Unglück sitzt der Schock tief. „Ich bleibe jedes Mal stehen, wenn ich an der Unfallstelle vorbeikomme“, sagt Grabmüller. Am Donnerstag von 6.30 bis 9 Uhr will sich der Henndorfer zusammen mit der Familie seiner verstorbenen Freundin vor dem kleinen Marterl für Kati versammeln und mit einer Menschenkette an die junge Frau erinnern. „Sie hat immer gestrahlt und war der lebensfroheste Mensch“, beschreibt Oliver Koch (26) seine Schwester.

„Niemand ist ohne Fehler“
Auch auf die derzeitige Situation wollen die Hinterbliebenen der angehenden Volksschullehrerin aufmerksam machen. „Wir wollen aufrütteln und fordern härtere Sanktionen. Riskantes Fahrverhalten gefährdet Leben“, betont die Mutter. Die Politik sei am Zug. Wut auf Tempobolzer und Straßenrowdys hat die Mutter jedoch nicht: „Niemand ist ohne Fehler. Unsere Mahnwache ist als Impuls zum Innehalten und für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr gedacht.“ Jeder sei am Donnerstag eingeladen.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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