12.05.2020 15:00 |

Putin-Sprecher krank

Russland jetzt mit meisten Infizierten nach USA

Der rasante Anstieg an Coronavirus-Infektionen in Russland am Tag von in Kraft getretenen Lockerungen hat das flächenmäßig größte Land der Erde am Dienstag bei der Infiziertenzahl auf Platz zwei gebracht. Die Zahl neuer Fälle in 24 Stunden war erneut fünfstellig, insgesamt sind es mehr als 232.200. Betroffen ist auch der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Vor Russland liegen die USA mit rund 1,35 Millionen Infektionen.

In den Vereinigten Staaten gab es den zweiten Tag in Folge weniger als 900 neue Todesopfer, deutlich weniger als noch vor kurzer Zeit. Freilich sind in den USA bisher mehr als 80.000 an oder mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Jedenfalls wurde passend zur Entwicklung ein Behelfskrankenhaus im New Yorker Central Park wieder abgebaut. In Los Angeles sollen am Mittwoch die Strände für sportliche Aktivitäten wieder zugänglich sein, Abstand halten und das Tragen von Schutzmasken außerhalb des Wassers bleiben aber vorgeschrieben.

Putin-Sprecher infiziert
Zu den mittlerweile 232.200 Infizierten in Russland gehört indes auch der Sprecher von Präsident Putin. Dimitri Peskow bestätigte am Dienstag der russischen Staatsagentur Tass, dass er derzeit behandelt werde. Nähere Details zu seinem Gesundheitsstand sind nicht bekannt. Vor gut zwei Wochen war die Erkrankung von Russlands Regierungschef Michail Mischustin bekannt geworden. Auch der Bauminister und die Kulturministerin haben sich infiziert.

Von Russland sozusagen auf Rang drei „verdrängt“ ist Spanien. Dort soll ab Freitag für alle aus dem Ausland Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne gelten. Die Regelung soll bis zum Endes des Ausnahmezustands in Kraft sein, derzeit ist das der 24. Mai. Nach Angaben der Regierung sind nur Grenzgänger, Transportpersonal im Warenverkehr, das Personal von Fluggesellschaften und Gesundheitspersonal von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen - allerdings nur, wenn sie vor der Einreise keinen Kontakt zu Corona-Infizierten hatten.

Lockerungen in Italien
Punkto Lockerungen ist Italien schon einen Schritt weiter als Spanien, erhielten doch in Österreichs Nachbarland nun die Regionen von der Regierung in Rom grünes Licht für das Aufsperren von Shops, Cafés, Restaurants und Bars ab kommendem Montag. Die Entscheidung, ob Kleinhandel, Gastronomie, Tourismus, Friseure und Schönheitssalons ab 18. Mai die Arbeit wieder aufnehmen dürfen, obliegt den einzelnen Regionen. Sollte die Infektionskurve wieder steigen, kann die Regierung einschreiten und weitere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Frankreich fliegt Europäer aus Zentralamerika aus
Frankreich hat unterdessen mehr als 150 Europäer, die wegen der Pandemie in Zentralamerika festgesessen waren, aus Panama und Honduras in Richtung Paris ausgeflogen. Wie der französische Botschafter in Panama, Brice Roquefeuil, am Montag mitteilte, waren unter den Passagieren neben 57 Franzosen auch 18 Deutsche. Weiters waren Italiener, Niederländer, Spanier sowie Bürger mehrerer anderer europäischer Länder an Bord. Ob auch Österreicher unter den Passagieren waren, ist noch unklar.

In Südkorea versuchen Behörden einen Anstieg an Neuinfektionen nun über Handy-Daten in den Griff zu bekommen. Damit sucht die Polizei unter Tausenden Besuchern von Bars und Clubs nach möglichen Infizierten. Bis Dienstag wurden 101 Infektionen mit dem neuen Ansteckungsherd im Ausgeh-Viertel Itaewon in der Hauptstadt Seoul in Verbindung gebracht, wie Bürgermeister Park Won Woon mitteilte. Mehr als 10.000 Menschen, die laut ihren Handy-Daten in Itaewon gefeiert haben, sollen sich nun testen lassen.

In der Behandlung von Infektionen sind indes die Empfehlungen für den begrenzten Einsatz von Remdesivir ausgeweitet worden. Laut der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) könne der Wirkstoff nun zusätzlich bei bestimmten stationären, nicht auf Beatmungsgeräte angewiesenen Patienten angewandt werden. Eine klinische Studie aus den USA hatte darauf hingedeutet, dass die Verabreichung bei Covid-Patienten die Zeit bis zur Genesung um mehrere Tage verkürzen könnte. Es fehlen aber unter anderem noch gesicherte Angaben zu Nebenwirkungen.

Österreich: Gute Nachrichten für Sport- und Kulturfans
In Österreich gab es indes gute Nachrichten für Freunde von Sport und Kultur. Die Bundesregierung gab der Fußball-Bundesliga grünes Licht für den Neustart. Wie Sportminister Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) gemeinsam mit Liga und ÖFB erklärten, kann die seit Mitte März wegen der Pandemie ausgesetzte oberste Spielklasse unter strengen Bedingungen Anfang Juni ohne Zuschauer fortgesetzt werden. Knackpunkt war bis zuletzt die Frage, was im Falle eines positiven Coronavirus-Tests passiert. Hier kam das Gesundheitsministerium der Liga entgegen - es muss nun lediglich der Betroffene in Quarantäne.

Auch die Eckpunkte, unter welchen Voraussetzung die Museen, Bibliotheken, Büchereien und Archive ab diesem Freitag wieder für Besucher öffnen dürfen, wurden fixiert. Pro Gast müssen zehn Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen. Überdies sind Besucher verpflichtet, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und auch einen Meter Abstand zu halten.

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