11.05.2020 15:55 |

Trotz Rekordanstieg

Lockerungen: Putin beendet „arbeitsfreie Wochen“

Trotz der nach wie vor rasanten Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in Russland hat Kremlchef Wladimir Putin am Montag Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen angekündigt. Die „arbeitsfreien Wochen“ seien nun für alle Wirtschaftssektoren beendet, erklärte Putin im Rahmen einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. Die Verantwortung liege nun vor allem in den Händen der Regionalregierungen. Diese könnten jederzeit wieder strengere Maßnahmen erlassen, sollte dies notwendig sein, so der Präsident weiter.

Die Gouverneure in den Regionen erhalten damit während der Corona-Krise mehr Kompetenzen. „Das letzte Wort haben aber die Ärzte“, betonte der russische Präsident. Denn der Kampf gegen das Virus sei noch nicht vorbei. In Moskau selbst wurden die Ausgangsbeschränkungen bis Ende Mai verlängert. Auch eine Masken- und Handschuhpflicht in der Öffentlichkeit ist nach wie vor in Kraft.

Die Lockerungen in allen Wirtschaftssektoren und im öffentlichen Leben sollen dem Staatschef zufolge aber sehr vorsichtig erfolgen. Bis 1. Juni soll sein Kabinett gemeinsam mit Experten einen Plan für den „Wiederaufbau“ der Wirtschaft vorlegen. Kleinere Unternehmen in Branchen, die von der Krise besonders betroffen sind, sollen Steuererleichterungen bekommen.

Ausgangssperre für Menschen über 65 Jahre
Menschen über 65 Jahre und mit chronischen Erkrankungen müssen weiter zu Hause bleiben. Der 67 Jahre alte Putin nannte das Selbstisolation. Putin bekräftigte auch Zuschläge für medizinisches Personal, nachdem es Beschwerden über nicht ausgezählte Hilfe gegeben hatte.

Russland auf Platz drei hinter USA und Spanien
Die Zahl der offiziell bestätigten Neuinfektionen erreichte am Montag mit 11.656 Fällen einen neuen Rekordwert. Insgesamt haben sich damit 221.344 Menschen in Russland mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Damit liegt das Land nur noch hinter den USA und Spanien. Die Zahl der bekannten Todesfälle stieg um 94 auf 2009.

Nach Angaben der russischen Behörden sind die hohen Zahlen auf mehr Tests zurückzuführen. Demnach wurden 5,6 Millionen Menschen getestet. Beinahe die Hälfte der Infizierten zeigte den Angaben zufolge keine Symptome. Kritiker bezweifeln jedoch, dass die niedrige Sterblichkeitsrate der Realität entspricht.

Gabor Agardi
Gabor Agardi
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