28.04.2020 11:45 |

EZB gibt Entwarnung

Kein erhöhtes Infektionsrisiko durch Geldscheine

Europas Währungshüter sehen kein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus durch Geldscheine. Die Ergebnisse von Laboren würden darauf hindeuteten, „dass auf Oberflächen wie etwa Plastik in den ersten Stunden zehn- bis 100-mal so viele Viren überleben wie auf unseren Banknoten“, so der Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), Fabio Panetta.

Aus anderen Analysen gehe hervor, dass poröse Oberflächen von Baumwollbanknoten das Virus deutlich schlechter übertragen würden als glatte Oberflächen wie Kunststoff. „Im Vergleich zu anderen Oberflächen, mit denen die Menschen tagtäglich in Berührung kommen, geht von Banknoten insgesamt kein erhöhtes Infektionsrisiko aus“, schrieb Panetta in einem Artikel für mehrere europäische Zeitungen.

Nachfrage nach Banknoten gestiegen
Panetta zufolge legte die Nachfrage nach Bargeld zu Beginn der Coronavirus-Krise deutlich zu. Der Wert der pro Woche zusätzlich in Umlauf gegebenen Banknoten sei Mitte März rasant gestiegen und habe beinahe seinen historischen Höchststand von 19 Milliarden Euro erreicht. Im April sei die Nachfrage nach Scheinen und Münzen gesunken. In mehreren Ländern sei sie aktuell niedriger als sonst.

„In der Krise wird Bargeld gehortet“
„Unmittelbar vor den Lockdowns wurde mehr Geld in Supermärkten und Geschäften ausgegeben, und in der Zeit danach waren die Ausgabemöglichkeiten begrenzt“, erläuterte das Mitglied des EZB-Direktoriums. „Die Schwankungen zeigen aber auch, dass die Menschen in einer Krise dazu neigen, Bargeld zu horten - ein Trend, den wir auch während der Finanzkrise beobachten konnten.“

Das Eurosystem sei in der Lage, die ständige Verfügbarkeit von Banknoten auch in Krisenzeiten zu gewährleisten, bekräftigte Panetta. Zugleich sorge die EZB dafür, dass Online-Zahlungsdienste kontinuierlich funktionierten und sicher seien.

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