23.04.2020 06:00 |

Unterricht daheim

Wissen dank YouTube? Worauf Eltern achten sollten

Viele Schüler nutzen YouTube zum Lernen zu Hause. Mit einem Klick zu mehr Wissen? Worauf Eltern jetzt unbedingt achten sollten.

Gleich vorweg. Es gibt sie: Zahlreiche Erklärvideos im Internet, die Licht ins Dunkel bringen. Natürlich können sie die Schule nicht ersetzen, aber in Zeiten wie diesen sind sie eine gute Unterstützung - auch für Eltern. Und der Vorteil dabei: Auf YouTube gibt es keinen Stundenplan und keine Pausenglocke. Wir können das Video anhalten und zig Male aufs Neue anschauen. Aber natürlich gibt es auch hier Nachteile: Vorsicht vor falschen Meldungen auf YouTube! Wenn sich der Nachwuchs bei etwas unsicher ist, halten Sie Ihn an, Sie sofort zu fragen. Am besten, Eltern schauen sich das Video vorab an.

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Der Videokanal „Lehrerschmidt“ hilft z. B. bei Mathe auf die Sprünge. Kai Schmidt erklärt nämlich das Multiplizieren, gibt Tipps rund ums Kopfrechnen und Maßeinheiten. Auch der österreichische Mathe-Lehrer Gerald Weihs betreibt einen beliebten YouTube-Kanal. Auf „The White Classroom“ finden sich aktuell mehr als 1100 Lernvideos zu mehr als 40 Themenbereichen der Unterstufe.

„Wie schreibt man das?“ Grammatik und Rechtschreibung will gelernt sein. Auch in Zeiten von Homeschooling. Verschiedene YouTube-Kanäle unterstützen bei Lernlücken, insbesondere bei Klein- und Großschreibung, Beistrichregeln sowie Fremdwörtern. In vielen Fällen geben auch Lehrer vor, welche Lernvideos besonders gut neuen Lernstoff erklären. So sind Schüler auf der sicheren Seite. Und Mama und Papa können sich ihrem Homeoffice widmen. Was derzeit keine leichte Aufgabe ist. Auch Schüler sind gefordert.

Warum Fragen nerven, aber wichtig sind
Bildungsforscher untersuchten, wie oft Erstklässler öffentlicher Volksschulen in den USA ihre Lehrerinnen pro Stunde mit Fragen unterbrechen. Sie zählten durchschnittlich 20 Zwischenfragen pro Unterrichtsstunde. Dann machten sie das gleiche Experiment mit Volksschülern der vierten Klasse. Sie fanden heraus, dass nach vier Schuljahren die Schüler ihre Lehrerinnen nur noch ein- bis zweimal pro Stunde mit Zwischenfragen unterbrachen. Warum ist das so?

„Kinder lernen, weil sie neugierig sind“, erklärt Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher. Sie bombardieren ihre Eltern mit Fragen wie „Warum geht die Sonne am Abend unter?“ oder „Warum können Vögel fliegen und wir nicht?“ In der Schule stören Fragen oft den Lehrplan. Selbst eine sehr gute Volksschullehrerin wird auf eine Frage einer Schülerin, die gerade nicht zum unterrichteten Gegenstand passt, irgendwann antworten: „Das ist eine interessante Frage, Beatrice, dazu kommen wir bald. Jetzt haben wir aber Rechnen.“

Vielen Eltern ist dieses Dilemma zwischen „Stoff lernen“ und „Fragen beantworten“ jetzt in ihrer Rolle als Ersatzlehrer so richtig bewusst geworden. „Ein Kind lernt, weil es neugierig ist. Fragen sind daher manchmal nervend, aber notwendig“, betont Dr. Salcher.

Kronen Zeitung/krone.at

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