13.04.2020 16:00 |

Hongkong-Proteste

China verbannt „Animal Crossing“ aus Online-Stores

Nur etwas mehr als drei Wochen nach dem offiziellen Verkaufsstart ist Nintendos erfolgreiches Switch-Spiel „Animal Crossing: New Horizons“ aus den Online-Stores Chinas verschwunden. Ausschlaggebend dürften Proteste von Spielern gegen die Führung des Landes und dessen Umgang mit Hongkong gewesen sein.

In „Animal Crossing: New Horizons“ können Spieler ihre eigene Insel individuell gestalten und andere zu einem Besuch einladen. Manch einer nutzte dies offenbar, um mittels Bannern und Plakaten im Spiel für die Unabhängigkeit Hongkongs zu protestieren oder sich abschätzig über Chinas Präsident Xi Jingping und die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam zu äußern, wie die britische BBC berichtet.

Als Konsequenz wurde das Spiel nun aus den chinesischen Online-Stores verbannt. Auch auf den Websites von Händlern, die für importierte Exemplare geworben hatten, sei das Spiel verschwunden, so die BBC. Noch sei allerdings unklar, ob dies auf eine Intervention der Behörden zurückzuführen sei oder ob die Geschäfte das Produkt proaktiv aus ihrem Sortiment entfernt hätten.

Vor dem Ausbruch des Coronavirus hatten sich Millionen Einwohner Hongkongs an regierungsfeindlichen Straßenprotesten beteiligt. „Nach dem Ausbruch des Coronavirus war es schwierig, physische Versammlungen zu organisieren“, wird Joshua Wong, Leiter der Hongkonger Jugend-Aktivistengruppe Demosisto, zitiert.

„Animal Crossing: New Horizons“ kam da demnach gerade recht: „Mit einem neuen Spiel können wir virtuelle Proteste organisieren, und wir müssen nur unsere Kreativität einsetzen, um eine neue Art von Protestwerkzeug zu schaffen.“

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