Serienvergewaltiger

„Für Opfer schwer zu fassen, was passiert ist“

Kärnten
05.03.2020 06:36
Porträt von Christian Rosenzopf
Porträt von Kerstin Wassermann
Von Christian Rosenzopf und Kerstin Wassermann

Mindestens sieben Frauen soll ein 30-jähriger Mann in Klagenfurt sexuell missbraucht und teilweise schwer verletzt haben. Dem mutmaßlichen Täter, einem Afrikaner, drohen bis zu 15 Jahre Haft. Die Dunkelziffer an Übergriffen könnte noch viel höher sein. Gegenüber der „Krone“ erklärt Psychologe Kurt Kurnig, warum sich Opfer kaum äußern.

Er lauerte seinen Opfern bei einer Diskothek auf und verging sich in einem nahe gelegenen Maisfeld an ihnen. Das ist bisher über jenen Täter bekannt, der seit 2015 sein Unwesen trieb. Sieben Fälle konnten nach der Festnahme des Mannes am Wochenende nachgewiesen werden. Weitere könnten hinzukommen. Laut Staatsanwaltschaft werden noch DNA-Spuren überprüft. Zudem melden sich Missbrauchsopfer häufig erst später. „Es ist für sie schwer in Worte zu fassen, was passiert ist. Sie schämen sich, wollen es selber nicht glauben“, so Kurt Kurnig vom AVS Kärnten.

„Keinen Druck ausüben“
Signale an Mitmenschen werden aber „immer“ ausgesendet, betont Kurnig. „Meist deuten sie etwas an - ziehen sich zurück, meiden körperliche Nähe.“ Für Außenstehende sei es jedoch schwer, dies zu entschlüsseln. „Selbst wenn man Opfer auf Taten anspricht, werden sie nicht gleich etwas sagen.“ Der Tipp: „Keinen Druck ausüben.“

Gerade die Ergreifung eines Täters kann aber etwas bewirken. „Es besteht keine Gefahr mehr, dass er sich für eine Aussage an Opfern rächt. Und es wird ihnen eher geglaubt.“ So oder so können dem Täter aufgrund der Schwere des Verbrechens und der Folgeschäden bis zu 15 Jahre Haft drohen.

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