07.03.2020 17:02 |

Säure-Basen-Haushalt

Müde und „sauer“? Was Sie dagegen tun können

Gerät der Säure-Basen-Haushalt im Organismus aus dem Lot, leidet nicht nur der Körper, sondern speziell auch der Darm. Als eines der ersten Symptome zeigt sich Erschöpfung. Schuld ist vor allem falscher Lebensstil.

Wenn wir gesund sind, befindet sich der Körper in Balance: Der Organismus weist ein ausgewogenes Verhältnis von sauren und basischen Anteilen auf. Der Säuregehalt wird mit pH-Wert ausgedrückt, wobei 7 als „neutral“, Werte darunter als „sauer“ und Zahlen über 7 als „basisch“ bezeichnet werden.

Der Organismus puffert Säuren zumeist ab
„Obwohl permanent saure Stoffwechselprodukte aus dem Gewebe abgegeben werden, wird der pH-Wert des Blutes zwischen 7,37 und 7,43 konstant gehalten“, erklärt Mag. Larissa Grünwald, Ernährungswissenschafterin aus Maria Gugging (NÖ). „Dieses leicht alkalische Milieu ist Voraussetzung für einen funktionierenden Zellstoffwechsel und wird durch Puffersysteme aufrechterhalten. Bei einem Wert unter 7,35 spricht man von einer Azidose (sauer)“. Grundsätzlich entledigen wir uns dieser Giftstoffe. Das passiert über die Nieren bzw. den Harn, das Abatmen von Kohlendioxid, Schwitzen sowie verschiedene andere Puffersysteme im Blut. Auch das Bindegewebe trägt dazu bei. Wird es aber mit sauren Zwischenprodukten überladen, kann es an Funktionalität verlieren. „Sauer“ werden vor allem jene, die sich zu wenig bewegen, chronischen Stress haben, häufiger Alkohol trinken und eine nährstoffarme Ernährung pflegen. Deshalb bei Zucker, Süßwaren, süßen Backwaren, Weißmehlprodukten, raffinierten Ölen, Wurst, stark verarbeiteten Fleisch- und Fischwaren, Fertigprodukten sowie stark verarbeiteten Milchprodukten zurückhaltender sein.

Auf Dauer kommt es zu Störungen im System
„Bei ernährungsbedingter Bindegewebsazidose zeigt sich kein Einfluss auf den Blut-pH. Dennoch kann es auf lange Sicht zu Störungen bis hin zu Erkrankungen kommen. So zählen chronische Müdigkeit, Muskelschmerzen, Krämpfe, Infektanfälligkeit, Kopfweh, unreine Haut, Haarausfall, Mundgeruch, Schuppenbildung, aber auch Gicht, Entzündungen und rheumatische Erkrankungen zu den möglichen Folgen“, erläutert Mag. Grünwald. „Das Bindegewebe selbst verliert an Elastizität, kann verhärten, Sehnen, Bänder sowie Muskeln beeinflussen und Schmerzen verursachen.“ Vor allem auch der Darm leidet darunter. Neben Stress, üppigen Mahlzeiten, spätem Essen, regelmäßigem Alkoholkonsum und Medikamenteneinnahmen vermag eine ballaststoffarme Ernährung, zu viel Zucker, aber auch stark verarbeitete Lebensmittel auf lange Sicht zur Fehlbesiedelung des Darms zu führen. Dies äußert sich meist in Verdauungsstörungen, Blähungen, übel riechendem Stuhl, Reizdarm bis hin zu saurem Hochstoßen, Reflux, Mundgeruch und in der Folge möglichen Unverträglichkeiten.

Neben einem aktiven, sportlichen Lebensstil steuern Sie am besten mit frischer Nahrung gegen. So zählen vor allem Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte, Erdäpfeln und Obst zu den so genannten basischen Lebensmitteln. Ausreichend Wasser trinken! Hilfe gibt es zusätzlich auch aus der Apotheke. Über spezielle Basenpräparate mit hochwertigen Magnesium-, Kalium-, Kalzium- und mitunter Natrium-Verbindungen werden dem Körper außerdem wertvolle basische Elektrolyte zugeführt, die als Bindungspartner saurer Stoffwechselprodukte agieren. Sinnvoll ist es ebenso, gleichzeitig den Darm gezielt zu stärken!

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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