Zukunft unklar

Maradona kündigt Rücktritt an: “Meine Zeit ist abgelaufen”

Nach der demütigenden 0:4-Niederlage Argentiniens gegen Deutschland bei der WM in Südafrika herrschte auch am Montag weiter Unklarheit über die Zukunft von Teamchef Diego Maradona. Die Zeitung "Cronica" zitierte ihn mit den Worten: "Meine Zeit ist abgelaufen. Ich habe alles gegeben, jetzt will ich mich der Familie widmen." Eine wirklich bindende und formelle Rücktrittserklärung wurde jedoch nicht bekannt.

Der allmächtige Präsident des nationalen Fußballverbandes AFA, Julio Grondona, sagte lediglich, ob Maradona weitermachen wolle, sei allein dessen Sache. Die argentinischen Sportmedien rätselten ebenfalls weiter über die Zukunft Maradonas. Mehrere Spieler der Nationalelf sollen Maradona bekniet haben, als Trainer weiterzumachen.

Maradona-Freund glaubt nicht an Rücktritt
Maradonas Assistent und enger Freund Alejandro Mancuso glaubt indes nicht an einen Rückzug als Teamchef. "Ich kenne Diego. Es ist schwer zu glauben, dass er zurücktritt, nachdem er sein Ziel bei der Weltmeisterschaft nicht erreicht hat", meinte der Co-Trainer der Fußball-Legende am Montag im argentinischen Radio. "Wir sollten nicht all die guten Dinge vergessen, die er erreicht hat."

Trotz des WM-Ausscheidens feierten über 20.000 Anhänger die Viertelfinal-Verlierer am Flughafen und auf den Straßen von Buenos Aires (siehe Video). Maradona winkte den Fans aus der ersten Reihe im Mannschaftsbus zu. Und geht es nach denen, war es kein Abschiedsgruß. "Diego 2014", war auf einem Banner zu lesen - die nächste WM findet in vier Jahren ausgerechnet im Land des argentinischen Erzrivalen Brasilien statt, das seinen Trainer Carlos Dunga nach dem eigenen WM-Aus in Südafrika verabschiedet hatte.

Stars für "El Diego"
Medienberichten zufolge sollen nach dem bitteren WM-Aus durch das demütigende 0:4 gegen Deutschland Messi, Carlos Tevez und Mario Bolatti zu Maradona gegangen sein. Im Namen einiger Spieler sollen sie ihn zu einer Fortsetzung seines bis dato lediglich rund 20-monatigen Engagements gebeten haben. Welche Spieler sich alle auf die Seite des lange Zeit arg umstrittenen Maradona gestellt haben, ist nicht bekannt.

Während der WM-Expedition der "Gauchos" in Südafrika hatten fast alle von Maradona geschwärmt, seiner Nähe zu den Spielern, seinen unvergleichlichen Erfahrungen als ehemaliger Weltmeister und seinen "Gänsehaut"-Ansprachen in der Kabine. Seine Kritiker halten ihm indes vor allem angeblich mangelnde taktische Kenntnisse vor.

"Wir sind nicht so weit gekommen, wie wir es uns vorgenommen hatten. Aber ich glaube, dass die Mannschaft eine große Zukunft vor sich hat", hatte Maradona nach dem K. o. gesagt, der ihn nach eigener Aussage wie ein Schlag von Muhammad Ali getroffen hatte. Alles Weitere wolle er zuerst mit seiner Familie und den Spielern besprechen. "Aber ich möchte, dass der argentinische Fußball wieder zur vollen Blüte gelangt", meinte der 49-Jährige und betonte zugleich: "Wir spielen einen Fußball, der die Leute begeistert und die Herzen in Argentinien höherschlagen lässt."

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