13.01.2020 18:09 |

Erleichterung pur

ÖSV-Cheftrainer sieht „Abwärtsspirale gestoppt!“

Erleichterung pur! Rennsportleiter Andreas Puelacher ist mit weniger Last auf den Schultern von Adelboden nach Wengen gereist. „Wir bewegen uns nach vorne und nicht nach hinten. Wir haben die Abwärtsspirale gestoppt und in eine Aufwärtsspirale umgekehrt. Es freut mich, dass wir den Turnaround geschafft haben“, sagte er nach dem Aufwärtstrend im Riesentorlauf und dem ersten Slalom-Podest der ÖSV-Herren.

Der dritte Rang von Marco Schwarz sei „am wichtigsten für Marco selbst“ gewesen, so Puelacher. „Es zeigt, dass er im Slalom wieder an der Spitze angelangt ist. Und er hat auch eine konstante Riesentorlauf-Saison. Er hat das volle Vertrauen in sich selbst und zum Knie. Alles funktioniert, jetzt kann es steil nach oben gehen.“ Erst zehneinhalb Monate ist es her, dass der dreifache WM-Medaillengewinner von Aare einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Der Podestplatz gebe aber auch den Trainern Ruhe, erläuterte Puelacher. „Ich glaube, dass die Öffentlichkeit und die Medien sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber trotzdem müssen wir weiter dranbleiben, denn im Herren-Sport ist es so, dass wir von 15 Leuten reden, die ums Podium fahren können.“ Es gehe daher zuerst darum, in den Top-30 zu landen. „Und inzwischen ist es so, dass wir im zweiten Durchgang ein neues Rennen haben, weil es so eng ist.“

Fabio Gstrein überraschte mit dem siebenten Slalom-Rang, das soll kein einmaliges Erlebnis bleiben. „Es schaut so aus, als ob er den Sprung jetzt schafft“, meinte Puelacher. Manuel Feller und Michael Matt lieferten am Sonntag gute erste Läufe ab, patzten aber im Finale. „Bei Manu ist die Sicherheit noch nicht so da, dass er es sich zutraut, den Schwung richtig zuzumachen. Das kommt aber mit den Trainings. Dann wird er wieder da sein, wo er hingehört.“ Feller musste im Laufe der Saison wegen eines Bandscheibenvorfalls pausieren, ihm fehlen noch Training und Rennen. In Adelboden schied er aus. Matt fiel von Platz 10 auf die 24 zurück. „Der Ausfall von Zagreb war nicht förderlich für sein Selbstvertrauen. Dann kam gleich der nächste Hammer, der hieß Madonna, wo er sich nicht einmal qualifiziert hat. Da ist die Erklärung ganz klar, da hat man (beim Material/Anm.) danebengegriffen“, weiß Puelacher.

Dass es im zweiten Slalom-Durchgang in Adelboden vom ersten Schwung an so danebenging, sei auch für ihn schwierig zu erklären. Möglicherweise habe er mental einen Knacks bekommen. Das sei eine neue Situation, die man bei Matt eigentlich so nicht kenne. Der Rennsportleiter weiß aber, was zu tun ist: „Man muss ihn auffangen, Vertrauen geben und mit gutem Training wieder dahin bringen, wo er eigentlich hingehört.“ Auch im Riesentorlauf mit drei Österreichern in den Top 15 - Roland Leitinger auf 6, Schwarz auf 11 und Stefan Brennsteiner auf 15 - geht es aufwärts. Auf den Laufzeiten des Finales - Leitinger mit Bestzeit, Brennsteiner auf 7 und Schwarz auf 8 - lässt sich aufbauen.

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