04.01.2020 12:00 |

Imposante Bestmarken

E-xtrem unterwegs: Neun Rekorde mit Elektroantrieb

Um das Klima zu schützen, wird schon bald die E-Mobilität massiv in unseren Alltag vordringen. Viele sehen in der Antriebsform der Zukunft ein Damoklesschwert des Verzichts. Doch steht sie auch für außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und Faszinationspotenzial. E-Fahrzeuge können beides: extrem schnell oder auch extrem effizient. Hier ein paar imposante Bestmarken.

E-Antriebe bieten vor allem in Hinblick auf die Beschleunigung Vorteile. Die Motoren können sehr hohes Drehmoment sehr spontan bereitstellen. Entsprechend gibt es Familienautos wie etwa von Tesla, die potenten Sportwagen mit Verbrennerantrieb regelrecht um die Ohren fliegen.

Bester Sprinter der Welt
Auf die Spitze getrieben wurde das elektrische Beschleunigungspotenzial von Studenten der Universität Zürich im Rahmen des Projekts Grimsel. Das rein batteriebetriebene Experimentierfahrzeug stellte 2016 einen neuen 0-bis-100-Weltrekord von 1,5 Sekunden auf. Noch Fragen?

Schnellste Eisenbahn der Welt
E-Antriebe sind nicht nur sprintstark, sondern bieten auch viel Potenzial bei der Endgeschwindigkeit. Zumindest auf der Schiene sind Verbrennersysteme den E-Antriebs-Pendants hoffnungslos unterlegen. Die schnellste Diesellok, die russische TEP80, schaffte 1992 immerhin 271 km/h. Der TGV 001 brachte es 1972 mit Gasturbine sogar auf 318 km/h. Fast 575 km/h waren es jedoch im Fall des rein elektrischen angetriebenen V150, den die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF für eine Rekordfahrt 2007 einsetzte.

Das schnellste E-Auto der Welt
Nicht ganz so flott, allerdings auch nicht weit von dieser Marke entfernt ist das schnellste E-Auto der Welt. Dieser Rekord geht an Franzosen, genauer gesagt an Monegassen. Denn im Stadtstaat an der südfranzösischen Mittelmeerküste ist das Unternehmen Venturi beheimatet. Venturi gilt als Pionier der neuzeitlichen E-Mobilität, deren Leistungsfähigkeit man mit dem Rekordfahrzeug Buckeye Bullet Streamliner unter Beweis gestellt hat. Zunächst in der Version 2.0 noch mit Brennstoffzelle, mit deren Hilfe 2009 eine Marke von 487 km/h erreicht wurde. Gut sieben Jahre später folgte der Buckeye Bullet Streamliner 3.0, mit dem Venturi den vermutlich nur vorläufigen Geschwindigkeitsrekord für E-Autos auf 549,43 km/h getrieben hat.

Die schnellsten Eisfahrer
Die neue Mobilitätsform weckt die Kreativität der Rekordjäger. Nicht ganz so beeindruckend, dafür aber in Hinblick auf die Alltagstauglichkeit von E-Autos eine interessante Marke ist der elektrische Geschwindigkeitsrekord auf Eis. Diesen erstellte im März 2012 das E-Auto E-RA auf Nokian-Reifen auf einem finnischen See mit 252 km/h. Der Eis-Rekord mit konventionellem Benziner setzte ein Jahr später ein Audi RS6 auf 335,7 km/h.

Solarenergie treibt an - aber nicht schnell
Elektrisch sollen nicht nur Autos, sondern in einer etwas ferneren Zukunft auch Flugzeuge unterwegs sein. Dafür sind nicht einmal riesige Batterien nötig, es können auch Photovoltaik-Anlagen den für Flüge nötigen Strom liefern. Das gilt zumindest für experimentelle Flugzeuge. Um ein solches handelt es sich bei der Solar Impulse, die 2015 einen Direktflug von 7212 Kilometer absolvierte. Was moderne Jets mit kerosinbetriebenen Turbinen in einigen Stunden erledigen, hat sich im Fall der Solar Impulse allerdings fast 120 Stunden beziehungsweise knapp unter fünf Tage hingezogen. Solarfahrzeuge taugen leider nicht für Temporekorde, was auch die Solarauto-Bestmarke von 91,33 km/h verdeutlicht, die 2014 Kenjiro Shinozuka mit dem Sky Ace TIGA erreichte.

Weniger um Effizienz als um maximale Reichweite geht es bei einem Reisebus der US-amerikanischen Firma Proterra, der im Jahr 2017 mit einer Batterieladung 1101 Meilen beziehungsweise 1772 Kilometer geschafft hat. Für Fahrer mit Reichweitenangst mag das ein beruhigender Wert sein, für den allerdings auch eine mit 660 Kilowattstunden extrem groß dimensionierte Batterie verantwortlich ist.

Reichweitenstärkstes E-Fahrzeug
Reichweiten-Rekordhalter vor dem Proterra-Bus war ein Experimentalfahrzeug von Bosch mit dem Namen Schluckspecht, der 2011 mit einer Batterieladung 1632 Kilometer schaffte. Bei dieser Rekordfahrt stand hingegen die Effizienz im Fokus. Hier wurde ein Akku mit lediglich 23 kWh verbaut. Entsprechend wurden lediglich 1,4 kWh pro 100 Kilometer verbraucht, was einem Energiegehalt von gerade einmal 160 Milliliter Benzin pro 100 km entspricht. Zum Vergleich: Der Proterra verbraucht rund 37 kWh auf 100 Kilometer, ein VW e-up! gut 13 kWh.

Das effizienteste E-Auto
Halter des Effizienzrekords ist allerdings ein anderes E-Auto. Offiziell im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen wurde der an der TU München entwickelte eLi14. Das Ultraleichtmobil verbraucht auf 100 Kilometer lediglich 81 Wattstunden bei einer allerdings bescheidenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h. Theoretisch kommt der von einer Person im Liegen pilotierte Stromer mit der Energiemenge aus einem Liter Benzin gut 11.000 Kilometer weit.

Fast 3000 Kilometer in 24 Stunden in Tesla
Auch elektrische Alltagsautos eignen sich für Reichweitenrekorde. Im September 2019 haben drei Deutsche mit einem Tesla Model 3 innerhalb von 24 Stunden 2842 Kilometer im öffentlichen Straßenverkehr zurückgelegt. Dabei pendelten die drei auf einem 140 Kilometer langen Teilabschnitt der A4 zwischen Bucha und Gotha.

In Gotha war auf einem Rasthof eine Schnellladestation, die mit 193 kW in relativ kurzer Zeit Strom in die Tesla-Batterie presste. Möglichst häufig haben die Rekordfahrer versucht, auf der verkehrsarmen A4 mit einer von ihnen errechneten Idealgeschwindigkeit von 172 km/h zu fahren.

(SPX)

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