01.11.2019 17:52 |

39 Tote nahe London

Polizei an verdächtige Brüder: „Wir brauchen Sie!“

Im Zusammenhang mit dem schrecklichen Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen nahe London hat die britische Polizei zwei verdächtige Brüder aufgefordert, sich den Behörden zu stellen. „Wir brauchen Sie, um diese Untersuchung zu unterstützen“, sagte Chefinspektor Daniel Stoten am Freitag an die Adresse der Männer gerichtet. Die Polizei habe mit dem älteren Bruder telefoniert. Nähere Angaben zu dem Gespräch machte Stoten nicht. Es sei unerlässlich, die Männer persönlich zu verhören.

Die Brüder betreiben ein Transportunternehmen in der nordirischen Stadt Armagh. Sie werden wegen Totschlags und Menschenhandels gesucht, nachdem am 23. Oktober die Leichen von 31 Männern und acht Frauen in einem Kühllastwagen entdeckt worden waren. Die nordirische Polizei habe am Donnerstag einen Lastwagen sichergestellt, der in Verbindungen mit den Brüdern stehe, sagte Stoten. Es habe aber keine weiteren Festnahmen gegeben.

Fahrer angeklagt, Festnahmen in Irland und Vietnam
Der Fahrer des Wagens, ein 25-Jähriger Nordire, wurde wegen Totschlags in 39 Fällen, Beteiligung an Menschenhandel, Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie Geldwäsche angeklagt. Drei Verdächtige kamen gegen Kaution frei. Ein weiterer Verdächtiger wurde am Freitag in Irland festgenommen. Sicherheitskräfte vollstreckten einen europäischen Haftbefehl gegen den 23-Jährigen, teilte die britische Polizei mit. Ihm werden Totschlag in 39 Fällen sowie Menschenhandel und Einwanderungsvergehen vorgeworfen.

Zwei weitere Festnahmen gab es in der vietnamesischen Provinz Ha Tinh, woher ein Großteil der Todesopfer stammen soll. Den beiden Männern werde vorgeworfen, in den Fall verwickelt zu sein, so die Polizei. Das Geschäftsmodell der Festgenommenen sei es, die Ausreise und den „illegalen Aufenthalt“ im Ausland für andere Menschen zu organisieren.

Identifizierung läuft weiter
Die Bemühungen zur Identifizierung der Opfer dauern unterdessen an. Großbritannien hatte zu Wochenbeginn Unterlagen nach Vietnam geschickt, die bei der Identifizierung der Toten helfen sollen. Zudem wurden DNA-Proben von mutmaßlichen Verwandten der Opfer in Vietnam genommen. Bisher konnte noch keines der Opfer offiziell identifiziert werden.

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