29.10.2019 20:27 |

Derzeit „Most Wanted“

39 Leichen in Lkw: Polizei fahndet nach Brüderpaar

Die Ermittlungen nach dem Fund von 39 Leichen in einem Kühl-Lkw im britischen Essex laufen weiter auf Hochtouren. Vier Personen wurden im Zusammenhang mit der Horror-Entdeckung verhaftet, unter ihnen der 25-jährige Lenker des Lastwagens, gegen den inzwischen Anklage erhoben wurde. Nach zwei Männern - einem Brüderpaar - wird nun gefahndet. Ronan und Christopher Hughes (40 und 34 Jahre alt) aus Armagh in Nordirland werden wegen des Verdachts des Menschenschmuggels und der fahrlässigen Tötung gesucht.

„Die beiden Männer befragen zu können, könnte entscheidende Hinweise liefern“, so Ermittlungsleiter Detective Chief Superintendent Stuart Hooper laut Sky News. „Wir glauben, dass sich die Hughes-Brüder in Nordirland aufhalten, sie haben aber auch Verbindungen nach Irland.“ Personen, die die Männer gesehen haben, werden gebeten, sich bei Hoopers Team zu melden. Zu dem Zweck hat die Polizei auch Bilder der Männer veröffentlicht.

Die Brüder betreiben ein Transportunternehmen an der Grenze zwischen Nordirland und Irland. In diesem Rahmen soll Ronan Hughes den Kühllastwagen von der irischen Firma Global Trailer Rentals gemietet haben. Noch ist nicht bekannt, ob die beiden Männer wussten, dass mit diesem Lkw Menschen geschmuggelt werden sollen - geschweige denn, dass er zur Todesfalle für 39 Migranten aus Vietnam und China werden würde.

Lenker angeklagt, drei weitere Verdächtige auf Kaution entlassen
Neben Maurice „Mo“ Robinson, dem Lenker des Todes-Lkw, der am Montag vor Gericht erschienen ist und der inzwischen angeklagt wurde, gelten drei Personen als Verdächtige: ein 38 Jahre alter Mann und eine gleichaltrige Frau aus dem nordwestenglischen Warrington sowie ein 46-jähriger Nordire, der am Flughafen Stansted verhaftet wurde. Im Gegensatz zu Robinson, der vorerst im Gefängnis bleibt, wurden die weiteren Verdächtigen auf Kaution wieder entlassen, müssen aber im November vor Gericht erscheinen.

Robinson hatte am Montag vor Gericht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geschwiegen, bei einem neuen Termin am 25. November soll er sich zu den Anschuldigungen äußern. Dem 25-Jährigen werden Totschlag, Verschwörung zum Menschenhandel und Geldwäsche zur Last gelegt.

Schlepperbanden bringen zahlreiche Migranten in Lkws nach Europa
Die Leichen der 31 Männer und acht Frauen waren am Mittwoch vergangener Woche in einem Industriegebiet östlich von London im Kühlcontainer eines Lastwagens entdeckt worden. Der Fall lenkte die Aufmerksamkeit auch auf das Schicksal anderer Flüchtlinge, die sich auf die gefährliche Reise nach Europa begeben. Schlepperbanden bringen immer wieder Flüchtlinge in Lastwagen nach Europa und setzen sie dabei größten Gefahren aus.

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass es sich bei den Opfern um Chinesen handle. In Wahrheit dürfte der Großteil der Toten aus Vietnam stammen und könnte bei der Reise nach Großbritannien gefälschte chinesische Pässe bei sich getragen haben. Seit Freitag hatten mehrere Familien aus dem verarmten Zentrum Vietnams ihre Angehörigen als vermisst gemeldet. In den Provinzen Nghe An und Ha Tinh begannen die vietnamesischen Behörden damit, Haar- und Blutproben von mutmaßlichen Familienangehörigen zu nehmen.

Zur Identifizierung der Opfer schickten die britischen Behörden Unterlagen nach Vietnam. Der vietnamesische Vize-Außenminister Bui Than Son teilte mit, die britischen Behörden hätten „vier Aktensätze in Bezug auf die Lkw-Toten“ auf den Weg in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi gebracht.

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