Ermittlungen laufen

„Ziegenobmann“ soll kranke Tiere verkauft haben

Schwere Vorwürfe gegen den Obmann des Landesverbandes für Ziegenzucht und -haltung! Gegen den Innviertler (46) wird wegen schweren Betrugs ermittelt. Er soll bewusst Ziegen mit einer hochinfektiösen Krankheit an zwei Landwirte verkauft und mehreren Bauern den vereinbarten Kaufpreis für ihre Tiere nicht bezahlt haben.

Die Betriebe der betroffenen Landwirte sollen nach dem Kauf der vom Beschuldigten vermittelten Ziegen verseucht gewesen sein. Einer der Betroffenen wollte wieder in die Landwirtschaft einsteigen, bestellte sich 100 Milchziegen beim Ziegenzuchtverband. Als die ersten Tiere am 30. April 2016 geliefert wurden, sollen sie Beulen am Hals aufgewiesen haben. Nach sofortiger Reklamation soll der Landwirt zur Antwort bekommen haben, dass diese lediglich auf Impfungen zurückzuführen seien. Deshalb nahm er auch die restlichen Ziegen entgegen, im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Tiere an der gefährlichen und hochinfektiösen Krankheit Pseudotuberkulose leiden. Daraufhin war der Landwirt gezwungen, eine Sanierungsvereinbarung mit dem Tiergesundheitsdienst abzuschließen. Der Betroffene steht aufgrund der eingeschleppten Epidemie jetzt am Rande seiner wirtschaftlichen Existenz. Außerdem habe der Landwirt für die Lieferung aus Holland keine Zuchtpapiere erhalten.

„Kranke Ziegen aus den Niederlanden“
In einer weiteren Anzeige heißt es: „Der Obmann umgeht bei der Einfuhr von Tieren die behördlichen Einfuhrbestimmungen, indem er die amtlichen Ohrmarken der Tiere durch österreichische ersetzt. Er vermittelt kranke Ziegen aus den Niederlanden an heimische Landwirte und verkauft diese als Zuchtziegen weiter.“

Verkaufspreis nicht oder nur zu einem Teil bezahlt
Außerdem soll er zwischen 2012 und 2016 mehreren Landwirten beim Ankauf von Zuchttieren den Verkaufspreis für ihre Ziegen nicht oder nicht zur Gänze bezahlt haben.

Staatsanwaltschaft prüft jetzt die Ergebnisse
Nach anonymer Anzeige nahm die Polizei Ermittlungen auf, der Abschlussbericht ist fertig. Jetzt ist die Linzer Staatsanwaltschaft am Zug, sie muss die Ergebnisse prüfen und über das weitere Vorgehen entscheiden. Laut Philipp Christl, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sei der Akt umfangreich, es gebe viele Zeugen. Die Entscheidung könne mehrere Wochen dauern. Der Beschuldigte war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter