01.10.2019 13:58 |

Schon bei Installation

Microsoft nötigt Windows-User zum Online-Konto

Wer auf seinem PC Windows 10 installiert, hat zwei Möglichkeiten zur Anmeldung: das auf Microsofts Servern hinterlegte Microsoft-Konto oder ein lokales Konto, das nur am PC des Nutzers existiert. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile für den User, Microsoft selbst bevorzugt aber naturgemäß das Online-Konto - und versteckt neuerdings bei der Windows-Installation die Option des Offline-Kontos. Sehr zum Unmut der User …

Die Änderung ist Nutzern des Online-Forums „Reddit“ zuerst aufgefallen. Auf Rechnern, die bei der Installation von Windows 10 Home mit dem Internet verbunden sind, wird die Möglichkeit für das Online-Konto neuerdings erst einmal ausgeblendet.

Ist der PC online, wird Offline-Konto versteckt
Nur, wenn der PC nicht mit dem Internet verbunden ist oder Anmeldeversuche für das Microsoft-Konto scheitern, wird die Option des lokalen Kontos angezeigt. Die Neuerung wurde bei neuen Windows-10-Home-Installationsmedien entdeckt. Ältere Installationsmedien bieten das Offline-Konto nach wie vor prominenter an. In der Pro-Version ist die Möglichkeit eines Offline-Kontos nach wie vor über einen Link zu erreichen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft die Nutzer schon bei der Windows-Installation zu bestimmten Entscheidungen drängen will, ruft das Magazin „Gamestar“ in Erinnerung. So begrüßt den User bei der Installation beispielsweise der Microsoft-Sprachassistent Cortana - ob man will oder nicht. Erst im Laufe der Installation kann man den Assistenten deaktivieren.

Windows 10 drängt User zu Microsoft-Diensten
Steine legt Microsoft dem User auch in den Weg, wenn er die Suche mit der Microsoft-Suchmaschine Bing im Startmenü deaktivieren oder einen anderen Standard-Browser als den mitgelieferten Microsoft Edge einstellen will. Wird Edge als Standard-Browser abgelöst, taucht noch einmal ein Pop-up auf, in dem man den User bittet, ihm doch noch eine Chance zu geben. Wird ein Konkurrenz-Browser abgelöst, taucht dieses Pop-up natürlich nicht auf.

Dass Microsoft die Kunden bisweilen penetrant zur Nutzung der eigenen Dienste animieren will, ist aus Unternehmensperspektive verständlich. Ein Online-Konto und ausgiebige Nutzung von Microsoft-Diensten erzeugt Daten über den Nutzer, die sich später beispielsweise gewinnbringend für personalisierte Reklame nutzen lassen. Potenzielle Einnahmequellen, für die man offenbar auch verärgerte User in Kauf zu nehmen bereit ist.

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