30.09.2019 09:42 |

Landeshauptstädte-Wahl

In Österreich sind nur noch zwei Fleckerl rot

Die Schlacht ist geschlagen, der strahlende Sieger der Nationalratswahl steht fest - und eine Farbe dominierte an diesem Abend Ende September. Österreich trug am Sonntag Türkis, mit rund 37 Prozent sicherte Sebastian Kurz der ÖVP den ersten Platz, ließ seine Mitstreiter klar hinter sich. Ein Blick auf die Landkarte und in die Landeshauptstädte zeigt: In Österreich sind nur noch zwei Fleckerl rot …

Historisch sollte der 29. September 2019 auch für die SPÖ werden - zurückerinnern wird man sich daran aber wohl nicht mit positiven Gefühlen, denn die Sozialdemokraten fuhren mit knapp 22 Prozent das schlechteste Ergebnis aller Zeiten ein. Dennoch schafften sie damit Platz zwei. Das Debakel für die FPÖ fiel noch weit größer aus als erwartet - nur 16 Prozent vertrauten den Blauen nach den Enthüllungen der jüngsten Vergangenheit noch ihre Stimme an.

Wien wählte wieder anders
Damit dominiert die Farbe Türkis, wie ein Blick auf die Österreich-Karte belegt. In acht Bundesländern konnte Sebastian Kurz den Großteil der Wähler für sich gewinnen, nur noch Wien ist - wie zumeist - anders und hievte die SPÖ auf Platz eins mit 28,1 Prozent der Stimmen. Doch auch hier war die ÖVP den Sozialdemokraten dicht auf den Fersen, konnte mit 24,2 Prozent Platz zwei ergattern. Das stärkste Comeback legten in der Bundeshauptstadt allerdings die Grünen hin - mit 20,7 Prozent konnten sie einen Anstieg von 14,8 Prozent verbuchen.

Rotes Linz mit grünem Aufwind
Wagt man einen Blick in die übrigen Bundesländer ist der Trend ganz klar Türkis - einzig in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz konnte die SPÖ den Sieg erringen, mit knapp 30 Prozent schafften die Sozialdemokraten Platz ein, doch auch hier konnte die ÖVP vier Prozentpunkte dazugewinnen und sicherte sich mit knapp 25 Prozent Platz zwei. Und auch in Linz gab es gehörig Aufwind für die Grünen - sie ergatterten mit knapp 18 Prozent den dritten Rang. Im restlichen Oberösterreich jedoch führt kein Weg an der ÖVP vorbei. Insgesamt 36,4 Prozent setzten für diese Partei das Kreuzchen.

Historisches Ergebnis in Kärnten
Und auch ein Blick auf Kärnten zeigt: Ihren einzigen Bundesland-Sieg im Jahr 2017 musste die FPÖ wieder abtreten. Zum ersten Mal in der Zweiten Republik liegt das südlichste Bundesland Österreichs in türkiser Hand. 34,7 Prozent der Stimmen entfielen bei der Nationalratswahl auf die ÖVP, gefolgt von der SPÖ mit 26,3 Prozent. Und die lange Zeit dominierende FPÖ? Die bekam die Rechnung serviert - mit einem Absturz von knapp zwölf Prozent blieb mit 19,6 Prozent nur noch Platz drei. Klagenfurt bildete bei der Verteilung der Stimmen übrigens keine Ausnahme - allerdings: die Grünen kamen in der Stadt des Lindwurms weit näher an die FPÖ heran. Während Blau einen Stimmenverlust von etwa zehn Prozent verkraften muss, darf sich Grün über zehn Prozent Zuwachs in puncto Stimmen freuen.

St. Pölten in Türkis
In Niederösterreich ist und bleibt die ÖVP der Platzhirsch und schaffte bei der Nationalratswahl 42,2 Prozent der Stimmen. Einbußen mussten auch hier die SPÖ und besonders die FPÖ hinnehmen. Beinahe zehn Prozent büßten die Freiheitlichen ein. St. Pölten verschaffte Sebastian Kurz bei der Nationalratswahl ebenfalls Platz eins: Mit 31 Prozent landete er knapp vor der SPÖ mit 29,5 Prozent.

Grüner Sprung nach vorn in Graz
Stark und dominierend präsentierte sich die Volkspartei auch in der Steiermark. 38,5 Prozent sprachen Kurz das Vertrauen aus, dahinter reihten sich mit knappem Abstand die SPÖ (19,7 Prozent) und die FPÖ (18,3 Prozent). Zwar schaffte es Kurz auch in Graz auf den ersten Platz - den weit eindrucksvolleren Sprung nach vorne vollführten allerdings die Grünen: Mit knapp 25 Prozent kamen sie sehr nahe an die ÖVP (29 Prozent) heran - ein Anstieg von 19,4 Prozent. Dahinter landeten die Roten mit knapp 17 Prozent auf dem dritten Platz. Auf Platz vier verwiesen wurde die FPÖ mit nur noch 13 Prozent.

ÖVP in Salzburg unangefochten
Sebastian Kurz feierte auch in Salzburg einen großen Wahlsieg und konnte 46,1 Prozent der Stimmen für sich gewinnen, während SPÖ (16,8 Prozent) und FPÖ (13,7 Prozent) weit zurückfielen. In Salzburg-Stadt änderte sich am Ranking nur wenig. 36,8 Prozent wollten Kurz in der Regierung, die SPÖ wurde mit nur 19,4 Prozent auf den zweiten Platz verwiesen. Auffallend stark einmal mehr die Grünen - ihnen gelang mit 18 Prozent der Sprung auf Platz drei. „Abgewählt“ wurden auch in Salzburg einmal mehr die Freiheitlichen - lediglich 12,5 Prozent setzten für sie das Kreuzerl.

Türkises Eisenstadt
Was die Stimmenverteilung betrifft, zeigten sich Österreichs östlichstes Bundesland und dessen Landeshauptstadt recht einheitlich. An Türkis kam auch im Burgenland niemand vorbei. 38 Prozent der Stimmen entfielen auf die ÖVP, Stimmenverluste setzte es für die SPÖ und die FPÖ. Starken Zuwachs erhielten dafür die Grünen - einen besonders großen in der Landeshauptstadt Eisenstadt: Mit rund 13 Prozent kam die Partei um Werner Kogler bei der Nationalratswahl gefährlich nahe an die FPÖ heran, die 14,4 Prozent erzielte. Stimmenstärkste Partei blieb aber auch hier die ÖVP (41,7 Prozent). Magerer Platz zwei ging an die SPÖ mit rund 20,4 Prozent.

Platz zwei für Grüne in Innsbruck
Und ein Blick in den Westen zeigt nicht viel Neues - Türkis ist und bleibt die Farbe dieser Wahlen. 45,4 Prozent der Tiroler sprachen Sebastian Kurz ihr Vertrauen aus. Eine gewaltige Aufholjagd legten allerdings die Grünen hin und schaffen es sogar auf den zweiten Platz, den sie sich mit 14,7 Prozent der Stimmen mit der FPÖ teilen. Erst dahinter platzierte sich die SPÖ mit mageren 13,6 Prozent der Stimmen. Grüner zeigte sich da noch die Landeshauptstadt Innsbruck: Mit 21,7 Prozent landete Werner Koglers Partei auf dem zweiten Platz, die ÖVP kletterte mit rund 29,8 Prozent an der Spitze. Platz drei schafften noch die Sozialdemokraten mit 18,27 Prozent. Herbe Verluste gab es auch hier für die FPÖ (15,2 Prozent).

Kein Weg vorbei an Sebastian Kurz
Türkis war auch in Vorarlberg die bestimmende Farbe - mit 36,3 Prozent der Stimmen für die ÖVP. Doch auch hier konnten die Grünen gehörig zulegen und schafften mit 18,3 Prozent den Sprung auf Platz zwei. Trotz herber Verlusten schaffte es die FPÖ im Westen des Landes noch auf den dritten Platz (14,6 Prozent) und ließ damit die SPÖ (13,8 Prozent) knapp hinter sich. Stimmenstärker präsentierten sich die Sozialdemokraten allerdings in der Landeshauptstadt Bregenz. Zwar führte auch hier kein Weg an der ÖVP vorbei (29,5 Prozent), mit 22,1 Prozent gelang den Roten jedoch Platz zwei. Den Grünen schenkten diesmal sogar 18,9 Prozent der Wähler ihr Vertrauen. Verloren haben dieses die Blauen bei ihren Wählern - einmal mehr gab es ein Debakel, nur noch 14,9 Prozent der Bregenzer wollten die FPÖ in der Regierung.

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