24.09.2019 07:33 |

Teheran verneint

Merkel, Johnson, Macron: Öl-Angriff kam vom Iran

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister Boris Johnson und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben in einer gemeinsamen Erklärung den Iran für die Luftangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Es gebe „keine andere plausible Erklärung“ für die Attacken vor gut einer Woche, erklärten die drei Politiker am Montag in New York.

Die drei EU-Staaten betonen in der Erklärung, dass sie dennoch am Atomabkommen mit Iran festhalten. Die Regierung in Teheran wird darin aufgerufen, sich zu Verhandlungen über sein Atomprogramm bereitzuerklären und wieder alle Auflagen daraus zu erfüllen. Zugleich verschärften Deutschland, Frankreich und Großbritannien aber den Ton. So wird in der Erklärung unterstrichen, dass es für den Iran nun an der Zeit sei, auch über Themen wie das umstrittene Raketenprogramm des Landes und die iranische Rolle in der Nahost-Region zu sprechen.

Johnson für Trump-Deal mit Teheran
Boris Johnson sprach sich daraufhin sogar unverblümt für ein von US-Präsident Donald Trump ausverhandeltes Atomabkommen mit dem Iran aus. „Ich denke, es gibt einen Typen, der einen besseren Deal machen kann, und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Ich hoffe, dass es einen Trump-Deal geben wird“, sagte der britische Premier dem US-Sender NBC.

Schallenberg: Österreich für Vermittlerrolle bereit
Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif wies die Aufforderung der Europäer umgehend zurück. „Kein Deal, bevor nicht der bestehende eingehalten wird“, twitterte Zarif. In einem Gespräch mit seinem österreichischen Amtskollegen Alexander Schallenberg am Rande der UNO-Vollversammlung wies Zarif zugleich die Verantwortung für den Öl-Angriff zurück. „Wir waren es nicht“, gab Schallenberg die Aussage Zarifs wieder. Der österreichische Außenminister zeigte sich zugleich für eine Vermittlerrolle im Konflikt bereit.

US-Außenminister Mike Pompeo dankte den drei EU-Staaten für ihre Erklärung. „Das wird die Diplomatie stärken und die Friedensbestrebungen“, so Pompeo. „Wir fordern jedes Land dazu auf, sich dieser Verurteilung der Handlungen des Iran anzuschließen.“

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