Debakel für ÖSV-Damen

Ihr 45. Abfahrtssieg! Vonn gewinnt in Zauchensee

Ski Alpin
10.01.2026 12:53

Sie hat es schon wieder getan: Das US-amerikanische Ski-Phänomen Lindsey Vonn hat die Abfahrt von Altenmarkt-Zauchensee auf der Kälberloch-Piste gewonnen!

Bei ihrem bereits 45. Sieg in einer Weltcup-Abfahrt distanzierte Vonn auf witterungsbedingt verkürzter Strecke die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie um 0,37 Sekunden und ihre Landsfrau Jacqueline Wiles um 0,48 Sekunden. Aus rot-weiß-roter Sicht war das Rennen zum Vergessen: Als beste ÖSV-Dame landete Val d‘Isere-Siegerin Conny Hütter auf dem 20. Platz, satte 1,01 Sekunden hinter der Bestzeit von Vonn …

Vor zehn Jahren hatte Vonn in Zauchensee sowohl die Abfahrt als auch den Super-G für sich entschieden – und morgen hat sie die Chance auf ein erneutes Double bzw. auf ihren insgesamt sechsten Zauchensee-Erfolg. Ihr 45. Abfahrtssieg im Weltcup ist ihr zweiter in dieser Saison nach jenem von vor vier Wochen in St. Moritz – dazu kamen ein zweiter und dritter Abfahrtsrang, ihre Führung in der Disziplinwertung baute die 41-Jährige nach nun vier Rennen aus. Inklusive einem dritten und vierten Rang in zwei Super-G war Vonn in dieser Saison noch nicht schlechter als Vierte.

Das Ergebnis:

„Es war meine letzte Zauchensee-Abfahrt und daher hier meine letzte Chance“, erläuterte Vonn nach dem von der Gamskogelhütte gestarteten Rennen bzw. ihrem insgesamt 84. Weltcup-Sieg. „Mit diesem Mindset ist es vielleicht ein bisschen einfacher.“ Sie sei die richtige, die gerade Linie gefahren. „Wenn du zu weit bist, bist du schon weg.“ Sie habe sich vor dem Rennen an ihren Sieg vor zehn Jahren erinnert. „Ich war im gleichen Hotel und Annemarie Moser-Pröll hat mir die Trophäe übergeben.“

ÖSV-Läuferinnen fanden Ideallinie nicht
Während der US-Star im Mittelteil des kurzen Kurses auf die Siegesstraße einbog, verlor da Hütter entscheidend an Terrain. Die Steirerin hatte vor zwei Jahren beim Heim-Event den Super-G gewonnen. „Im Mittelteil habe ich die Schnalze bekommen und gemerkt, ich werde einfach nicht schneller“, sagte die 33-Jährige. Sie sei einfach nicht dort gefahren, wo die anderen gefahren sind. „Aus österreichischer Sicht wollten wir schon eine Show bieten. Wenn ich alleine bin, werde ich meine Aggressionen rauslassen – und dann gescheit analysieren.“

Der Stand im Gesamtweltcup:

Zu allem Überdruss aus ÖSV-Sicht kam die St.-Moritz-Zweite Magdalena Egger zu Sturz und wurde mit dem Helikopter für eine Magnetresonanz-Untersuchung in das Krankenhaus Radstadt gebracht – mehr Infos dazu gibt’s hier!

0,19 Sekunden hinter Hütter klassierte sich zeitgleich mit der Kärntnerin Nadine Fest auf Position 24 die Vorarlbergerin Ariane Rädler (+1,20). Auch sie habe die Linie nicht getroffen und sei in den Neuschnee gekommen. „Es ist wichtig, dass du runterfindest, ohne zu viel Neuschnee zu erwischen. Es ist ärgerlich für mich“, sagte Rädler. Ebenfalls in die Weltcup-Punkte schafften es von den Lokalmatadorinnen Carmen Spielberger (+1,35), Mirjam Puchner (+1,38) und Leonie Zegg (+1,39) auf den Plätzen 28 bis 30.

Vize-Weltmeisterin Puchner: „Worst case“
Für die Salzburgerin Puchner sind der Gewinn zweier Weltcup-Punkte nicht der Anspruch, dementsprechend ernüchtert resümierte die Vize-Weltmeisterin: „Ich habe bei der Kurve oben schon meine Troubles gehabt, es ist ‘worst case‘. Ich habe es einfach nicht auf die Reihe gekriegt, die anderen haben es besser gemacht. Ich muss das abhaken.“ Außerhalb der Punkteränge landeten Emily Schöpf (32./+1,53), Lena Wchner (36./+1,57), Christina Ager (38./+1,58) und Nina Ortlieb (39./+1,62).

Routinier Ortlieb war die am schwersten Geschlagene der rot-weiß-roten Garde, sprach von einer flachen Sicht. „Ich glaube, ich habe es schon beim ersten Tor liegengelassen. Da bin ich zu weit geworden und habe gemerkt, dass ich kein Tempo mehr habe. Wir waren vor allem im obersten Teil brutal langsam. Da entscheiden ein paar km/h, ein paar Meter links oder rechts, ob man im Neuschnee steht.“

Es ist das schlechteste ÖSV-Abfahrtsergebnis seit 16 Jahren bzw. seit dem 9. Jänner 2010, als Anna Fenninger in Haus/Ennstal bei Vonns Sieg 21. geworden war.

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