31.08.2019 09:39 |

Missglückter Start

Iran-Rakete explodiert: USA bestreiten Verwicklung

Nach dem mutmaßlichen Scheitern eines Raketenstarts im Iran hat US-Präsident Donald Trump eine Verwicklung seines Landes abgestritten. Die USA seien in den „katastrophalen Unfall während der abschließenden Startvorbereitungen“ einer Safir-Rakete auf der Abschussrampe in der nordiranischen Stadt Semnan nicht involviert gewesen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Der Iran bestritt indes am Samstag, dass es überhaupt einen Zwischenfall gab.

Er hoffe, dass die iranischen Verantwortlichen bald die Ursache für den Vorfall klären können, twitterte Trump im ironischen Ton. Öffentlich verfügbare Satellitenfotos zeigen eine mutmaßliche Explosion der Rakete auf ihrer Startplattform im Imam Khomeini Space Center.

Iran bestreitet US-Angaben über Unfall
Der Iran wies die US-Angaben über einen Unfall bei den Vorbereitungen für den Start des Kommunikationssatelliten Nahid-1 indes am Samstag zurück. Telekommunikationsminister Mohammad Javad Azari Jahromi machte sich seinerseits in einem Tweet über US-Präsident Donald Trump lustig: „Ich und der Nahid-1 jetzt, guten Morgen Donald Trump“, twitterte Jahromi mit einem Selfie von sich und dem Satelliten.

„Nahid-1 geht es gut und wir machen gerade die finalen Tests, bevor wir ihn dem Verteidigungsministerium übergeben“, sagte Jahromi der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Der Minister hatte iranische Medien am Samstag in die Teheraner Raumfahrtzentrale eingeladen, um zu versichern, dass der Nahid-1-Satellit heil sei. Nach Angaben von Jahromi muss auch das Verteidigungsministerium noch einige Tests durchführen, bevor Nahid-1 ins All geschickt werden könne.

Iran beteuert Nutzung für zivile Raumfahrt
Nach zwei gescheiterten Anläufen in diesem Jahr plant der Iran voraussichtlich Ende September einen erneuten Satellitenstart. Nach Angaben Teherans soll der Satellit Nahid-1 wissenschaftliche Daten zu Wetter und Landwirtschaft liefern und keine militärischen Ziele verfolgen. Daher stehe der Einsatz im Einklang mit internationalen Vorschriften. Die USA und Israel sehen jedoch solche Starts kritisch, weil sie befürchten, dass der Iran die Raumfahrttechnik zum Bau militärischer Langstreckenraketen nutzen könnte.

Furcht vor neuem Krieg am Golf
Der Streit zwischen den USA und dem Iran hatte in den vergangenen Monaten die Furcht vor einem neuen Krieg am Golf wachsen lassen. Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 aufgekündigt. Seit dem Ausstieg verhängte Washington eine Reihe neuer Sanktionen gegen Teheran. Der Iran antwortete mit einer Erhöhung seiner Uran-Anreicherung.

US-Cyberattacke legte iranische Militärnetze lahm
Erst am Mittwoch hatte die „New York Times“ berichtet, dass es der US-Regierung gelungen sei, mit einer Cyberattacke die Kommunikationsnetze der Iranischen Revolutionsgarden lahmzulegen, um iranische Angriffe auf den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu verhindern. Nach Angaben der Zeitung arbeite der Iran nach der bereits am 20. Juli erfolgten Attacke noch immer daran, seine digitale Infrastruktur vollständig wiederherzustellen.

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