30.08.2019 12:33 |

Festnahme und Anzeigen

Mehrere Razzien in Kärntner Bordellen und Lokalen

Polizei, Verfassungsschutz, Zoll und Finanzpolizei haben in den vergangenen Tagen in Kärnten umfangreiche Razzien durchgeführt. Ziel war es, Informationen über die organisierte Kriminalität zu sammeln. „Wir wollen gefährliche Verbindungen gezielt bekämpfen. Dafür brauchen wir ein Lagebild“, sagte Andreas Holzer vom Bundeskriminalamt am Freitag.

Die Delikte, um die es geht, sind Menschenhandel im Rotlichtbereich, Prostitution, Waffenhandel, Schutzgelderpressung, illegale Beschäftigung sowie illegales Glücksspiel - und Drogenhandel.

„Drogen sind immer dabei. Das ist immer Dreh- und Angelpunkt dieser Verbindungen“, sagte Einsatzleiter Andreas Holzer. Er ist auch Chef der Abteilung für organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt.

Um die Strukturen zu ermitteln, wurden Razzien in allen 28 Kärntner Bordellen, in Pizzerien und anderen Geschäftslokalen, aber auch in Privathäusern durchgeführt. 65 Beamten waren dabei im Einsatz.

Lokal geschlossen
Ein Glücksspiellokal in Klagenfurt wurde im Zuge der Razzien geschlossen und sechs illegale Spielautomaten sichergestellt. Bei der Kontrolle von 65 rumänischen und bulgarischen Zuhältern stellte sich außerdem heraus, dass ein Großteil von ihnen bereits im Ausland kriminalpolizeilich bekannt ist. In fünf Fällen wurden weitere Ermittlungen eingeleitet.

229 Prostituierte befragt
Kontrollen und Befragungen bei 229 Prostituierten ergaben, dass zehn von ihnen möglicherweise Opfer von Menschenhandel sind. In einem Klagenfurter Laufhaus wurde ein kolumbianischer Sexarbeiter wegen fehlender Aufenthaltsberechtigung festgenommen. Die Ermittler erstatteten mehrere Anzeigen nach dem Prostitutionsgesetz, wegen Produktpiraterie, Zigarettenschmuggels, nach dem Meldegesetz und nach dem Artenschutzgesetz.

Die Schwerpunktaktion in Kärnten war ein „Versuchsballon“, ähnliche Aktionen in anderen Bundesländern sollen folgen, so Holzer. Mithilfe der Informationen soll eine fundierte Analyse der gefährlichsten Verbindungen erstellt werden. „Wir laufen nicht mehr jedem Kilo Suchtgift nach sondern konzentrieren uns auf die hochrangigen Tätergruppen.“

In Österreich seien 30 bis 70 solcher mafiöser Gruppen im Jahr aktiv. Führungsspitzen könnten dabei auch im Ausland sitzen und die Gruppen von dort aus steuern. In Kärnten seien vor allem Rockergruppen, die italienische Mafia und Balkan-Gruppen aktiv.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 21. September 2021
Wetter Symbol