1 Punkt hinter Rapid

Schützenfest: Austria demontiert Mattersburg mit 5:1

Fußball
25.04.2010 17:34
Der Wiener Austria ist die Teilnahme am Europacup nur noch theoretisch zu nehmen: Die Violetten feierten am Sonntag zum Abschluss der 32. Runde der tipp3-Bundesliga im Horr-Stadion gegen den SV Mattersburg ein 5:1-Schützenfest und sicherten damit vier Partien vor Schluss den dritten Platz um elf Punkte gegenüber Sturm Graz ab. Außerdem fehlt auf den zweitplatzierten Erzrivalen Rapid nur noch ein Zähler.

Tatsächlich präsentierten sich die Favoritner phasenweise einer Meistermannschaft ähnlich, was aber auch durch eine desaströse Leistung der Mattersburger begünstigt wurde. Den ersten Aussetzer leisteten sich die Burgenländer in der 5. Minute, als Linz seinen Sturm-Kollegen Jun freispielte und der Tscheche mit einem strammen Schuss ins lange Eck traf.

Ausgleich durch kurzzeitigen Schlendrian
Die Gastgeber blieben zunächst weiter am Drücker und hatten durch Liendl (12./Freistoß drüber) und Baumgartlinger (13./am langen Eck vorbei) weitere Einschussmöglichkeiten, ehe sich der Schlendrian einschlich und die Partie eine Entwicklung Richtung Frühsommerkick nahm. Profiteur war der SV Mattersburg, der aus dem Nichts zum Ausgleich kam: Einen Eckball von Seidl köpfelte Sedloski vor das Austria-Gehäuse, wo Waltner ebenfalls per Kopf zur Stelle war (39.).

Die Austria wachte auf und ging wenige Sekunden vor der Pause wieder in Führung. Bei einer Freistoßflanke von Liendl musste der sträflich alleingelassene Ortlechner knapp vor dem Tor nur noch den Kopf hinhalten.

In der zweiten Hälfte hatten die Mattersburger den Wienern endgültig nichts mehr entgegenzusetzen. Linz umkurvte in der 47. Minute nach Baumgartlinger-Pass SVM-Goalie Bliem, schob zum 3:1 ein und trug sich in der 61. Minute dank optimaler Vorlage von Jun neuerlich in die Schützenliste ein.

Junuzovic begeistert mit Fallrückzieher
Sieben Minuten später sahen die 9.023 Zuschauer das Tor des Tages. Ein Zuspiel von Jun nahm der mit dem Rücken zum Tor stehende Junuzovic mit der Brust an, gaberlte den Ball ein Mal auf und war per Fallrückzieher erfolgreich. Der ÖFB-Internationale hätte seine Tor-Ausbeute in der 83. Minute noch erhöhen können, scheiterte aber so wie Leovac zwei Minuten später an Bliem.

Die Mattersburger untermauerten damit eindrucksvoll ihren Ruf als Lieblingsgegner der Austria, warten sie doch schon seit zwölf direkten Duellen auf einen Sieg. Im Horr-Stadion sind die Kicker von Franz Lederer überhaupt noch ohne Sieg.

Meinungen zum Spiel
Karl Daxbacher (Austria-Coach): "Das wichtigste Tor für uns war das 2:1 vor der Pause. Wir haben gut begonnen, Mattersburg an die Wand gespielt, aber vorerst nicht nachgesetzt. Dann aber war es ein verdienter Sieg. Bei Standardsituationen waren wir etwas nachlässig. Das Super-Tor war typisch Zlatko Junuzovic, Wenn er alleine aufs Tor läuft, bringt er ihn leider oft nicht rein, in solchen Situationen aber schon."

Franz Lederer (Mattersburg-Coach): "Wir haben uns selbst aus dem Spiel genommen, wenn man solche Tore wie das 1:2 bekommt. Wenn wir mit 1:1 in die Pause gegangen wären, hätte es offenes Spiel werden können, aber so hat man keine Chance, so kann man auswärts nicht auftreten. Wir sind mit einer offensiven Aufstellung ins Match gegangen, scheinbar können wir das nicht in Wien."

Zlatko Junuzovic (Austria-Torschütze): "Fantastisch, dass es bei meinem Tor so gut funktioniert hat. Ich habe zuerst gar nicht gewusst, ob der Ball wirklich drin ist. Wir haben heute phasenweise gut gespielt und gut kombiniert."

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