Ab 32,5 Grad frei:

Hitzeinsel bei Baustelle der Linzer Voestbrücke

Eine Gluthitze liegt über der Stadt. Auf der Baustelle der Linzer Voestbrücke steigt die Heißluft noch einmal an. Der Fluss reflektiert das Licht wie eine Spiegelfläche, die Materialien – blanker Beton, Asphalt, Eisendecken – erwärmen sich enorm. Rund 100 Bauarbeiter, die hier täglich mehrere Stunden arbeiten, sind einer enormen Belastung ausgesetzt. Hitzefrei bekommen sie erst ab 32 Grad im Schatten.

Die Meteorologen sind sich bereits alle einig: Dieser Sommer dürfte der bislang heißeste in der Messgeschichte werden. Bauarbeiter sind besonders davon betroffen. Die „Krone“ besuchte die Baustelle der Voestbrücken-Bypässe. „Wir beginnen bald in der Früh mit der Arbeit“, sagt Paul Weiss, Bauleiter beim Linzer Hoch- und Tiefbauspezialisten Swietelsky. Unter den rund 100 Arbeitern auf der Großbaustelle an und über der Donau sind auch Schweißer, Beschichtungsarbeiter oder Asphaltierer. „Gerade diese sind enormen Belastungen ausgesetzt“, sagt Weiss.

15 Uhr Arbeitsschluss bei Hitze
Die Firmen sind verpflichtet, Trinkwasser zur Verfügung zu stellen – und kommen dem natürlich auch nach. „Wenn es aber gar nicht mehr geht, stellen wir uns in den Schatten“, sagen Arbeiter. Es gibt dafür Nischen und Unterstände. „Wir machen auch mehr Pausen.“ Arbeitsschluss bei der Hitze ist um 15 Uhr.

Ab 32,5 Grad im Schatten frei
Bauarbeiter sind übrigens die einzige Berufsgruppe, für die es zurzeit eine Hitzeregelung gibt. Seit 1. Mai diesen Jahres ist sie sogar verbessert worden. Brütende Hitze gilt am Bau als Schlechtwetter – wie Starkregen, Hagel oder Sturm – und darum kann die Arbeit eingestellt werden. Ab 32,5 Grad im Schatten wird die Regelung wirksam. Ernst Stummer, Rechtsschutz-Experte der Arbeiterkammer OÖ sagt: „Angesichts der steigenden Temperaturen durch die Erderwärmung wäre es zu überlegen, die Hitzeregelung auf andere Berufsgruppen auszudehnen.“

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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