Mi, 26. Juni 2019
14.06.2019 13:30

Osttiroler involviert

Millionenbetrug mit Bierhandel aufgeflogen

In einer länderübergreifenden Aktion ist vor wenigen Tagen ein internationaler Umsatzsteuerbetrug mit einem Schaden von mehr als drei Millionen Euro aufgedeckt worden. Mit im Zentrum des Geschehens dürfte ein Osttiroler Getränkehändler gestanden sein. Er wurde aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen und in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert. Nach der Einvernahme wurde er wieder enthaftet. 

Der 50-Jährige soll sich seit April 2015 als Scheinexporteur betätigt und große Mengen an Bier und anderen Alkoholika im Gesamtwert von 3,6 Millionen Euro an italienische Firmen geliefert haben, die als steuerbefreit ausgewiesen waren. Die Empfänger - es handelte sich um rumänische Staatsbürger - verkauften die Getränke weiter und kassierten dafür Umsatzsteuer, ohne in weiterer Folge die an sich fälligen Abgaben an die italienischen Behörden abzuführen.

In Österreich derzeit kein Schaden nachweisbar
Dem italienischen Staat entstand dadurch ein beträchtlicher Schaden, in Österreich ist dagegen zum aktuellen Ermittlungsstand kein Schaden nachweisbar.

Gleichzeitige Hausdurchsuchungen, sieben Personen verhaftet
Ab Juni 2018 machte auch ein deutscher Geschäftsmann federführend bei den Malversationen mit. Insgesamt waren 25 Unternehmen an den Machenschaften beteiligt. Ausgehend von Bozen waren die Finanzbehörden seit Oktober 2016 den Steuerbetrügern auf der Spur, nach umfangreichen Observationen und Telefonüberwachungen wurden am Mittwoch in Italien, Rumänien, Deutschland und Österreich gleichzeitig Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei insgesamt sieben Personen - neben dem Osttiroler drei Italiener und drei Rumänen - verhaftet.

In Bezug auf den tatverdächtigen Osttiroler wickelte die österreichische Steuerfahndung gemeinsam mit der Finanzpolizei und der Polizei sechs Hausdurchsuchungen ab. Die Drahtzieher der groß angelegten Steuertricksereien werden in Neapel bzw. Sizilien vermutet. Die Bande hatte ein System fiktiver Gesellschaften aufgebaut, dank dem sie in Italien keine Mehrwert- und Alkoholsteuer zahlte. Damit konnte der Alkohol in Italien zu wesentlich günstigeren Preisen als von der Konkurrenz angeboten werden.

Osttiroler wurde enthaftet
Am Freitag Nachmittag wurde der Osttiroler wieder enthaftet. „Die Voraussetzungen für eine allfällige Übergabe nach Italien sind noch zu prüfen“, so Mayr zur Enthaftung des Mannes. Das Ermittlungsverfahren zu dem Fall werde von der Staatsanwaltschaft in Bozen geführt. Ob noch weitere Österreicher verdächtig sind, „kann man derzeit noch nicht sagen“, meinte der Sprecher. In Österreich würde derzeit jedenfalls kein eigenes Strafverfahren zu dem Fall geführt. Von der Polizei in Bozen hieß es zuletzt, dass noch gegen acht weitere Personen ermittelt werde.

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