Polizei schritt ein

„Ausreisezentrum“-Tafel in Traiskirchen abmontiert

Österreich
23.05.2019 18:00

Der ehemalige ÖVP-Generalsekretär Flüchtlingskoordinator Ferry Maier und ein Team der Plattform „Menschen.Würde.Österreich“ haben am Donnerstag die „Ausreisezentrum“-Tafel bei der Erstaufnahmestelle für Asylwerber in Traiskirchen - von zahlreichen Kameras begleitet - abmontiert. Maier nahm die Entlassung Herbert Kickls aus dem Innenressort und das Ende der türkis-blauen Regierung, um „ein Zeichen für einen Neustart“ zu setzen, hieß es. Doch der Plan, die Tafel ans Innenministerium zu schicken, scheiterte. Polizeibeamte schritten ein und nahmen den Aktivisten das „Diebesgut“ wieder ab.

Es brauche eine neue „Politik des Zusammenstehens“ und eine Rückkehr zu „menschenwürdiger Politik“. Um den neuen Innenminister Eckart Ratz bei dieser Trendwende symbolisch zu unterstützen, wollte man ihm die Tafel bringen.

Für Ferry Maier stellt die Tafel „eine Dokumentation der Unanständigkeit und Menschenverachtung“ dar. (Bild: APA/ROBERT JAEGER)
Für Ferry Maier stellt die Tafel „eine Dokumentation der Unanständigkeit und Menschenverachtung“ dar.

Dazu kam es letztlich aber nicht, weil die Beamten der Polizeiinspektion in Traiskirchen eingriffen und Maier die Tafel wieder abnahmen. Auch die Personalien der Beteiligten wurden aufgenommen. Das Ziel der Aktion sei aber nie gewesen, die Tafel zu beschädigen oder sich anzueignen, betont man vonseiten der Plattform „Menschen.Würde.Österreich“. „Auch dem nunmehrigen Innenminister, Ex-OGH-Präsident Eckart Ratz, wird als langjährigem Höchstrichter bewusst sein, dass die Tafel ein Ausdruck der Voreingenommenheit der Behörden ist. Wir wollten ihn nur unterstützen und ermutigen“, meinte Peter Wesely von „Menschen.Würde.Österreich“.

Eckart Ratz (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Eckart Ratz

Rücknahme der Stundenlohn-Verordnung gefordert
Die Plattform forderte bei der Aktion auch, dass die Verordnung zur Senkung des Stundenlohns für Asylwerber für gemeinnützige Tätigkeiten auf 1,50 Euro wieder zurückgenommen wird. Außerdem brauche es ein „modernes Bleiberecht“. Lehrlinge in Mangelberufen, die von der Abschiebung bedroht sind, sollen nicht abgeschoben werden. Eine Petition der Plattform für ein derartiges Bleiberecht hätten bereits 30.000 Menschen unterschrieben.

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