Nach brisanten Sagern

Wiesinger verzichtet auf Sitz im OÖ-Kulturbeirat

Der umstrittene Maler Odin Wiesinger verzichtet nach der Empörung über seine jüngsten Aussagen nun auf seine Nominierung durch die FPÖ in den Landeskulturbeirat von Oberösterreich, wie am Samstagnachmittag bekannt wurde. Zuvor hatte das „profil“ in einer Vorausmeldung berichtet, dass der Innviertler in einem Interview seinen Kritikern droht: „Ich bin nicht nachtragend, dennoch denke ich: ,Euch merke ich mir, und irgendwann seid ihr dran.‘“ Und zur „Auschwitz-Lüge“ meint er, darüber gebe es „immer wieder neue Erkenntnisse“. 

Der Landeskulturbeirat sei im Grunde ohnehin „vollkommen zahnlos“, weil sich niemand an seine Empfehlungen halten müsse - erst „durch meine Nominierung wurde dieses Gremium der Allgemeinheit bekannt“, so der Lieblingsmaler von Verkehrsminister und FPÖ-Vizeobmann Norbert Hofer in dem Interview in der am Montag erscheinenden „profil“-Ausgabe.

Dazu, dass in dem inzwischen eingestellten rechten Magazin „Aula“, für das er Auftragsarbeiten angenommen hat, KZ-Häftlinge als „Landplage“ bezeichnet worden sind, sagt Wiesinger: „Nur feine Menschen, angenehme Zeitgenossen waren da sicher nicht darunter.“ Den Vorwurf der Nähe zur NS-Ideologie weist er aber zurück: Sowohl Nationalsozialismus als auch Sozialismus seien „verbrecherisch in ihren Auswirkungen“ gewesen.

Stelzer: „In dieser Funktion nicht tragbar“
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) forderte daraufhin am Samstagnachmittag von der oberösterreichischen FPÖ eine Neubestellung für den Landeskulturbeirat. Nach seinen Aussagen im „profil“ sei Wiesinger „in dieser Funktion nicht mehr tragbar“, so Stelzer. Er erwarte sich daher, dass die FPÖ „eine andere geeignete Persönlichkeit nominiert“.

Auch der grüne Landesrat Rudi Anschober kritisierte das „unsägliche Interview“ Wiesingers. Und die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, Sabine Schatz, meinte, Wiesinger habe mit seinen Aussagen gezeigt, „dass er für ein öffentliches Amt absolut untragbar ist“: „Wer keine Position zur Negierung des Holocaust findet, hat in einem öffentlichen Amt nichts zu suchen.“

FPÖ: „Unglückliche oder missverständliche Äußerungen“
Die oberösterreichische FPÖ teilte schließlich in einer Presseaussendung mit, Wiesinger verzichte auf seine Nominierung in den Kulturbeirat. Die Aussagen des Malers bezeichneten die Freiheitlichen als „unglückliche oder missverständliche Äußerungen“. Für die Partei sei es eine Selbstverständlichkeit, entsprechend zu reagieren, der Rückzug Wiesingers erfolge aber auch auf eigenen Wunsch des Künstlers, „um weiteren Schaden für seine Familie zu vermeiden“.

Der 1961 geborene Innviertler Odin Wiesinger, der eigentlich Manfred mit Vornamen heißt, hat sich seinen „Couleurnamen“ Odin (eine germanische Gottheit) von seiner Burschenschaft beibehalten. Er ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler und nicht nur mit Hofer sondern auch mit dem ehemaligen dritten Nationalratspräsidenten und ebenfalls schlagenden Burschenschafter Martin Graf befreundet.

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