05.05.2019 18:00 |

Schloss Moosburg

Selten, sensationell oder einfach nur sehr schön

Spannende Stunden auf Schloss Moosburg: Bei „Moneten für Antiquitäten“ überraschten ein uraltes Glas aus vorchristlicher Zeit und ein Fundstück aus einem Hotelzimmer.

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Wo einst die Ernauer ihre Schelle und die angeheirateten Keutschacher ihre Rübe als Wappenzeichen anbrachten, drückte Hermann Leber vom Karolingermuseum in Moosburg die Schulbank: „Damals war das Gebäude aber ruinös.“ Heute präsentiert es sich in ganzer Pracht, lockt Hotel- sowie Restaurantgäste und am Sonntag Besucher zu der von „Intempo“-Kulturveranstalter Ernst Bauer organisierten „Moneten für Antiquitäten“-Reihe. Nach der Schlossführung konnte jeder mehr über seine mitgebrachten Schätze erfahren.

„Zu Ostern haben die Pächter unserer Hube in Sattendorf das Kruzifix zum Feld getragen, wo wir gemeinsam das Feuer entfacht haben“, erinnert sich Herwig Hasslacher. Das Kreuz zeigt eine seltene Christus-Darstellung: Er trägt von der Hüfte abwärts ein Federkleid. „Franz von Assisi soll ein gekreuzigter Engel erschienen sein“, erklärt Schätzmeister Christian Tschuk vom Dorotheum: „Das Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert ist in hervorragendem Zustand und könnte bis zu 2500 Euro erzielen.“

Das zweite Exponat von Hasslacher ist eines der ältesten in der „Moneten für Antiquitäten“-Geschichte: „Und das Glas hat uns Rabauken-Kinder unbeschadet überlebt“, lacht der Villacher Rechtsanwalt. Sein Vater und Karl Klammer, der Onkel von Ski-Legende Franz Klammer, haben das filigrane Glas im Türkei-Urlaub entdeckt. „Ein tolles Exponat! Es stammt aus dem 1. oder 2. Jahrhundert vor Christus und ist an die 800 Euro wert“, so Andreas Bazant, ein Experte vom Dorotheum in Wien.

In einer Suite des „Werzer’s“ hat Wolfgang Haas, der Geschäftsführer des Pörtschacher Hotels, ein Gemälde entdeckt, das Pferd, Reiter und Hund zeigt. „Alfons Purtscher, ein Kärntner Maler, der nach England ging, malte es 1922. In den 1980ern hätte es bis zu 80.000 Schilling gekostet, nun hat es einen Wert von 2000 bis 3000 Euro“, so Christian Tschuk.

Einige Exponate beschrieben die Experten als nett und gut gearbeitet, aber für den Kunstmarkt wertlos. Doch was nicht selten und teuer ist, kann dennoch sehr schön und romantisch sein.

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