31.03.2019 06:08 |

Diabetes

Süße Gefahr

Diabetes greift auf vielen Wegen negativ in den Körper ein - immer häufiger sind Lebererkrankungen Grund zur Sorge. Experten warnen: Künftig werden sie für viel mehr Zirrhose-Kranke sorgen als Alkohol.

Zuckerkranke müssen ganz besonders auf ihre Leber aufpassen - auch, wenn sie gar keinen Alkohol trinken! „Erkrankungen dieses Organs, bis hin zu Verfettung und Zirrhose, sind bei Zuckerkranken regelrecht auf dem Vormarsch“, warnt der Spezialist Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, erste Medizinische Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien am diesjährigen „Wiener Diabetestag“ im Rathaus. Laut einer Studie der Universität Edinburgh (Schottland) entwickeln männliche Diabetiker dreimal so häufig wie Gesunde eine nicht-alkoholische Fettleber, bei Frauen verfünffacht sich das Risiko sogar. Künftig wird den meisten Zirrhosen nicht Alkohol, sondern diese Störung zugrunde liegen.Zu viele Kilos schaden dem Zentralorgan„Vor allem Übergewicht gilt als Hauptursache. Ein Problem, das auch Diabetes begünstigt. Der Zusammenhang ist deshalb kaum verwunderlich“, so Prim. Ludvik. „Langfristig sollten sich gerade Diabetiker zuckerarm und mediterran ernähren, also vermehrt gesunde Öle, Fisch und Gemüse wählen. Ich rate außerdem jedem Betroffenen, seine Leberwerte regelmäßig einer Kontrolle zu unterziehen und bei Verdacht einen Ultraschall durchführen zu lassen!“

Auch Bewegung ist für die (Leber)gesundheit essenziell: „Neben ausgewogener Ernährung stellt Bewegung die zweite Säule der Therapie dar. Allerdings entwickeln sich die Empfehlungen heute weg von starren Sporteinheiten hin zu flexiblen Alltagselementen“, erläutert der Experte. Weiteres wichtiges Thema der Veranstaltung: moderne Medikamente und Zuckermessungen. „Es gibt eine neue Injektionstherapie, die nicht nur den Blutzucker reguliert, sondern auch Herzinfarkte, Schlaganfälle und das Sterberisiko reduziert“, informiert Prim. Ludvik. Immer mehr Menschen vertrauen auf das unblutige Zuckermessen unter der Haut. Dafür muss alle 14 Tage eine Sonde platziert werden, welche die Werte kontinuierlich auswertet. Damit lassen sich auch „vergangene“ Daten lesen und Trends bestimmen. Noch greifen mehr Typ-1-Diabetiker zu diesem Hilfsmittel, künftig werden es mit Sicherheit viele Typ-2-Betroffene anwenden.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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