Mi, 20. März 2019
18.02.2019 09:03

City-Event

Hirscher: „Ich will nicht, aber ich muss!“

Für die Techniker unter den alpinen Skirennläufern ist nach Aare gleich vor Stockholm. In der schwedischen Hauptstadt findet nämlich am Dienstag der zweite City Event der laufenden Weltcup-Saison statt. Gefahren wird ein Parallelslalom, fünf Herren sowie drei Damen sind für Österreich im jeweils 16-köpfigen Teilnehmerfeld. Angeführt wird die Abordnung von Superstar Marcel Hirscher. (Oben im Video sehen Sie seinen Gold-Lauf!)

Das Gros der Teilnehmer reiste gleich von Aare nach Stockholm, wo am Montag erst einmal ein Tag Pause angesagt war. Hirscher hingegen war am Sonntagabend mit dem Flieger nach Hause unterwegs, um erst am Dienstag wieder gen Norden zu fliegen. Große Vorfreude herrschte bei ihm ob des Bewerbs nicht. „Ich will nicht, aber ich muss. Keiner will“, meinte der Slalom-Weltmeister. Die einzige Ausnahme? „Der Ramon Zenhäusern (lacht; Anm.).“ Der Schweizer Slalom-Turm gilt als Parallel-Spezialist, beim WM-Teambewerb gewann er jedes seiner Duelle auf dem Weg zu Gold.

„Aber mittlerweile, glaube ich, fährt jeder super mit dem Cross-Blocking“, fand wiederum Silber-Gewinner Michael Matt. „Es ist natürlich eine enge Geschichte, aber es kann mir schon sehr gut liegen“, sagte der Tiroler, dessen Pläne, mit seiner Mannschaft auf die Medaille anzustoßen, sich vorerst nicht realisieren ließen. „Das Problem ist, wir sehen uns nicht mehr. Die einen fahren mit dem Auto, wir fliegen nach Stockholm, die anderen fliegen von Östersund.“

„Richtig reinpassen tut es nicht“
Den ersten City Event in diesem Winter in Oslo hatten am Neujahrstag die Slowakin Petra Vlhova und Marco Schwarz gewonnen. Doch auch der dreifache Aare-Medaillengewinner meinte, er würde sich den zusätzlichen Weg am liebsten sparen. „Richtig reinpassen tut es nicht, jetzt bin ich zwei Wochen durchgefahren, jetzt ist das am Dienstag noch“, sagte Schwarz, der drei Tage später in Bansko in Bulgarien um die kleine Kristallkugel in der Alpinen Kombination kämpft. „Freitag mit der Kombi geht es auch um sehr viel, deswegen passt es mir nicht richtig rein, aber natürlich nehme ich es gern mit.“

Manuel Feller war nach dem WM-Slalom als Sechster nicht zufrieden. Das wäre an sich kein schlechtes Ergebnis, liegt aber unter dem, was er sich erhofft hatte. „Ich würde lieber heimfahren als nach Stockholm fliegen“, stellte der Tiroler klar. Fünfter ÖSV-Mann ist Christian Hirschbühl (WM-Elfter).

Truppe mag „geile Stimmung“
Das österreichische Damen-Trio reiste am Sonntag nach Stockholm. „City Events sind immer etwas Cooles vom Flair. Es macht megaviel Spaß, da zu fahren. Ich freue mich, dass es gleich weitergeht“, war Katharina Liensberger positiver gestimmt. Auch Katharina Truppe freute sich, „weil Stockholm ist immer eine geile Stimmung, da ist es immer recht lässig“. Auch die Kärntnerin hatte im WM-Teambewerb alle ihre Parallel-Duelle für sich entschieden. „Im Einzel bin ich immer schon in der ersten Runde raus. Aber ich denke, jetzt bin ich richtig in Fahrt, jetzt könnte das in Stockholm auch einmal was werden.“

Bernadette Schild fand sich auf der weichen WM-Piste im Damen-Slalom am Samstag überhaupt nicht zurecht. „Ich bin natürlich eine, die sehr auf das achtet, was sie von unten kriegt“, meinte die Salzburgerin, die das Großereignis nach Slalom-Rang neun und einem schmerzhaften Ausfall im Riesentorlauf schnell abhaken wollte. „Skifahren ist ein Auf und Ab, bei mir ganz extrem, muss man ganz ehrlich sagen.“

Teilnahmeberechtigt sind am Dienstag (17.30 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) die zwölf besten Athleten und Athletinnen der Slalom-Startliste und die vier besten der Gesamtwertung. Da einige (die Speedfahrer) verzichten, wird die Warteliste der am nächstbesten Platzierten herangezogen, um die freien Plätze aufzufüllen. Angeführt werden die Setzlisten von Weltcup-Gesamtleader Hirscher und Mikaela Shiffrin, seinem Pendant bei den Damen. Die US-Amerikanerin reist wie Hirscher mit dem Slalom-Weltmeistertitel nach Stockholm.

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